Alfa Mist - Breathe

Alt, verstaubt und irgendwie durcheinander – daran denken womöglich viele (junge) Leute, wenn sie das Wort "Jazz" hören. Dass und vor allem WIE der Jazz das ändern kann, zeigt Alfa Mist auf seinem neuen Album Antiphon.

Schon der Albumtitel trifft es ziemlich genau: "Antiphon" bedeutet auf Deutsch "Gegengesang". Und die wechselnden Themen seiner Stücke und vor allem die Kombination aus jazzigen Rhythmen und alternativem Hip-Hop und Soul könnten gegensätzlicher nicht sein. "My style never really fit in a box – not jazzy enough for the jazzers, but also not easy enough for the‚ 'easy listeners' ", beschreibt Alfa Mist selbst das Problem der Einordnung seiner Musik nach bekannten Maßstäben. Dass diese es aber verdient hat, eine völlig neue Box aufzumachen, ist schon nach dem ersten Hören dieses Albums offensichtlich.

Der junge Künstler aus London zeigt nach einigen Kollaborationen und kleineren Projekten nun endlich sein gesamtes Können - sowohl als Pianist als auch als Komponist. Erinnern tut das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente und Themen innerhalb seiner Werke an eine angeregte Unterhaltung – passend, dass die Inspiration für das Album durch eine Diskussion mit seinen zwei Brüdern gekommen ist.

Der Song Breathe ist einer der wenigen, in denen sich Alfa Mist zum Einbringen von Vocals hat hinreißen lassen. In der Mehrheit der Stücke lässt er die Instrumente für sich sprechen, doch diesem Song tun die Lyrics keinen Abbruch: Kaya Thomas-Dyke, die als Feature ihre Stimme leiht, gibt dem Song durch ihren sanften Klang einen sowohl melancholischen als auch melodischen Unterton. Durch das breite Spektrum an Emotionen und Themen sowie den treibenden, klaren und streng betont jazzigen Drums wirkt das Stück trotz seiner stolzen siebeneinhalb Minuten Länge an keiner Stelle eingeschlafen oder verstaubt, sondern eher wie eine abenteuerliche Reise – insbesondere, da es wohl die Reise in die Zukunft des Jazz sein kann.

(Rebecca Küsters)

RÜCKSCHAU

KW 34/2018
The Internet Next Time / Humble Pie
KW 33/2018
Yuno Fall In Love
KW 32/2018
Lokøy feat. Girl in Red Malibu
KW 31/2018
1805 Chop Liver
KW 30/2018
The Blaze She

ARCHIV

WOCHE Künstler/Band NAME DES ALBUMS/SONGS MUSIKLABEL
KW 47/2016 Laurel Maybe Baby Counter Records
KW 46/2016 The Japanese House Swim Against The Tide Dirty Hit / Universal
KW 45/2016 Cakes Da Killa Gon Blow Ruffians
KW 44/2016 The Lemon Twigs I Wanna Prove To You 4AD
KW 43/2016 Parcels Myenemy Kitsune
KW 42/2016 D.D Dumbo King Franco Picasso 4AD
KW 41/2016 Elliot Make Love To Me ICEA
KW 40/2016 Tkay Maidza Carry On (feat. Killer Mike) Kitsune
KW 39/2016 What So Not Lone OWSLA
KW 38/2016 Sauropod You And Me Should Leave Together Tonigh Popup