Cover: Raff Alpha

Wer sich mit Buddha vergleicht, mit Jesus und dem Propheten Mohammed, hat A) ein von Größenwahn durchsetztes Ego, oder ist B) etwas ganz besonderes? Raff Alpha ist von allem etwas. Der Rapper aus den USA reißt in nur einer Zeile alle drei Weltreligionen an sich. In seiner Single „Young Buddha“ rappt er:„Feelin' like Buddha, when I rhyme, Uh,/Feelin' like Muhammad in his prime, Uh,/Feelin' like Jesus, when I shine, Uh,/To be feeelin' this good should be a crime, Uh.“ Beim ersten Hören klingt das nach religiösem Gerappe. Beim zweiten Mal nach Gotteslästerung. Hört man Raffs Stimme aber ein drittes, viertes, auch fünftes Mal, entsteht ein neuer Eindruck. Raff Alpha macht die drei Vergleiche, um eines mitzuteilen: Ich bin vollkommen.

Das Reimen lernte er schon mit 9 Jahren von seinem großen Bruder. In die Öffentlichkeit traute er sich mit seinen Liedern aber lange Zeit nicht. Raff Alpha hatte Akne und deshalb schwere Selbstzweifel. Daraus entwickelten sich Selbstmordgedanken. Auf seinem Blog schrieb er: „I for one had many of deaths and rebirths in this life time and I'm sure to have more in the future as well, but through it all I will love me.“ Seine Lösung: sich selbst zu lieben und selbstsicher zu sein. Davon erzählt er heute noch in seiner Musik – zum Beispiel in Young Buddha: „Self mastery is about working within. If you master yourself, then you surely will win.“

2013 veröffentlichte Raff seine erste EP Alpha's Rhyme Book. Darauf folgte Positive Pain im Jahr 2014. Im Dezember des vergangenen Jahres lud Raff Alpha seine aktuelle EP Never Surrender auf seiner Website hoch. Darauf sind 15 vielversprechende Tracks – „Young Buddha“ ist der stärkste davon. Selbst geschrieben und selbst produziert, liefert der 25-Jährige schnellen, fließenden Rap mit imposanten Reimen und Punchlines auf einem Sample von Teddy Pendergrass „Love.T.K.O“., einem R&B-Song aus der Phillysound-Ära der 1970er Jahre. „Who young Buddha? That me!“

Im Buddhismus steht Buddha für das Erwachen eines überaus vollkommenen Geistes. Ziemlich harter Stoff für einen, der zwar drei EPs rausgebracht hat, aber noch kein Debütalbum. Vielleicht beschreibt sich Raff Alpha auch deshalb als Underdog wie im Song „Don't give up“. Allerdings fällt es schwer, jemandem das zu glauben, der „Alpha“ im Namen trägt und sich im selben Song auch Champion nennt. Das ist übermutig. Raff Alpha wandelt zwischen Zurückhaltung und einer Seht-her-hier-kommt-der-nächste-Gott-Maxime. Er ist der Underdog, der nachts den Amerikanischen Traum träumt. Dazu passt auch sein Motto: „Learn from the greatest and try to do better.“ Die Großen sind in diesem Fall aber nicht Buddha, Mohammed und Jesus, sondern seine Vorbilder 2Pac, Nas und Lauryn Hill. (Julian Beyer | eldoradio*)

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ARCHIV

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KW 49/2018 Sundays Shade of the Pines Celebration Records
KW 48/2018 Zuli Kollu l-Joloud UIQ
KW 47/2018 Yoste Blue Akira Records
KW 46/2018 Fred Well Inferno CoCo & Co
KW 45/2018 NoName Montego Bae self
KW 44/2018 Pink Siifu ensley (smile made of gold) self
KW 43/2018 Avantdale Bowling Club Years Gone By self
KW 42/2018 Sir Babyjoe Kiwi (feat. Olaf627) Tauben Records
KW 41/2018 Octavian Don't Cry Black Butter