Cover: Salute - My Heart

Selten lassen sich Produzenten so viel Zeit, bis sie ihre elektronischen Skills in einem Track zur vollen Blüte bringen können. Auf One More Chance hat Produzent salute diese Ruhe aber zum Glück weg. Er lässt die Klangfarbe des jungen Gesangs-Talents D.R.A.M. bis zum verzweifelten Flehen anwachsen, bevor es richtig losgeht.

Dass die Engländer das Essen nicht salzen, darüber kommt der Österreicher Felix Nyajo alias salute laut Noisey-Interview immer noch nicht hinweg, ansonsten gefällt ihm seine Wahlheimat Brighton aber wunderbar. Zum Studium ist er in die englische Küstenstadt gezogen, inspirieren tut ihn dort auch die Möglichkeit, viele Live-Gigs von britischen und KünstlerInnenn aus Übersee mitzunehmen. Musikalisch weit voran gebracht hat salute der Ortswechsel in jedem Fall.

Schon immer hatte der 20-jährige Exil-Österreicher einen Hang zu wunderschönen, souligen Stimmen. Auch One More Chance war eigentlich als Gospel-Nummer gedacht. Doch salute sagt: "I then thought it would actually sound interesting in a club context. At the same time, me and D.R.A.M. started following each other on Twitter. I sent the same track over to him and here we are!" Jetzt opfert er also die Ruhe seiner bisherigen Tracks für einen auftreibenden, die beinah kitschigen Piano-Linien durchbrechenden, Beat. Vielleicht ist diese eher Club-taugliche Nummer ein Anzeichen dafür, wohin salutes Mini-Album My Heart im August führen wird. Wenn nämlich auf One More Chane nach der ersten halben Minute der Beat einsetzt, dann bekommt der Track eine Tanzbarkeit, die der seichte Beginn nicht vermuten lassen möchte. Ab hier wird auch der Sprechgesang von Sänger D.R.A.M. deutlich aufgebrochen. Fast unrhythmisch beschwört er gegen den Beat eine schwierige Liebe zum Durchhalten. Der Track ist eine leidenschaftliche Entschuldigung und Erklärung an eine unbekannte Partnerin und die stetig wiederholte Bitte: Gib mir noch eine Chance.

(Nele Posthausen | eldoradio*)

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