Clipping - Work Work

Es stehen mal wieder frische Sounds direkt von der sonnigen Seite der USA auf der Speisekarte. Clipping haben keine Lust auf ausgetretene Pfade und spielen lieber mit den gesammelten Versatzstücken, die Rap, Elektro und Hip-Hop ihnen bieten. Die drei Jungs aus LA, die laut eigener Aussage einfach nur zum Spaß ein bisschen experimentiert haben, liefern damit den frischen Impuls, der so vielen Produktionen irgendwo zwischen Oldschool- und Newschool-Regelwerk verloren gegangen zu sein scheint.

Hutson, Snipes, Diggs sind Kumpels durch und durch, was ihre Einheit aus Elektro und Rap auch so geschmeidig ins Ohr fließen lässt, obwohl sie gewollt etwas sperrig gestrickt ist. Während Hutson und Snipes die digitale Noisetapete ausrollen, führt Diggs als MC mit seinen brachialen Lyrics durchs Programm. Jeder bekommt sein Fett dabei weg und es wird sich kräftig im Fundus des Gangsta-Genres bedient. Dabei bleibt Diggs mit seiner kontrollierten und fast unterkühlten Art zu rappen immer im Mittelpunkt des Geschehens ohne dabei eine One-Man-Show für sich zu beanspruchen.

„Work Work“ heißt der Track, dem ich hier schon mal amtlich attestiere, demnächst die Clubs zu sprengen und Menschen unkontrolliert in Bewegung zu versetzen. Progressive, auf Anhieb schwer einzuordnende Soundfetzen läuten den Song ein und bauen geschickt eine Erwartungshaltung beim geneigten Hörer auf. Fast genau eine Minute spannen Clipping auf die Folter, um mit diesem Understatement aus verfremdeten Samples, die wie eine Mischung aus abgedriftetem Glockenspiel und Störgeräuschen klingen, den Teppich auszulegen.

Dann meldet sich der Bass wie ein Befreiungsschlag. So tief, dass es auch noch den Nachbarn in der Magengegend kitzelt, während Rapper Diggs das Ganze mit einer rotzig, lässigen Hookline garniert. Zusätzliche verbale Arschtritte verteilt Rapperin CoccPistolCree, die dem Track mit ihrem persönlichen Stil zusätzlich Fahrt gibt und sich in dem Männerverein gut zu behaupten weiß. Eine sehr interessantes Experiment also, das bitte auf die Menschheit losgelassen werden darf. (Carsten Simmler)

„Work Work“ entstammt dem Album „CLPPNG  (VÖ: Juni 2014)

RÜCKSCHAU

KW 15/2024
Morgan Harper-Jones Lose A Tooth
KW 11/2024
Thérèse No Right Time
KW 10/2024
Die neue Zärtlichkeit STRG+ALT+ENTF
KW 07/2024
MAIKA Little Lizard
KW 04/2024
Edgar Homeros Please Be Careful

ARCHIV

WOCHE Künstler/Band NAME DES ALBUMS/SONGS MUSIKLABEL
KW 48/2018 Zuli Kollu l-Joloud UIQ
KW 47/2018 Yoste Blue Akira Records
KW 46/2018 Fred Well Inferno CoCo & Co
KW 45/2018 NoName Montego Bae self
KW 44/2018 Pink Siifu ensley (smile made of gold) self
KW 43/2018 Avantdale Bowling Club Years Gone By self
KW 42/2018 Sir Babyjoe Kiwi (feat. Olaf627) Tauben Records
KW 41/2018 Octavian Don't Cry Black Butter
KW 40/2018 Hablot Brown Gone Soulection
KW 39/2018 AlphaMob x Tightill Schwedische Gardinen distroption