NoName - Montego Bae

Rap. Dieses Wort weckt in vielen wahrscheinlich noch die Assoziation zu Gangstermilieu, Posergehabe oder jugendgefährdenden Texten. Da ist sie wieder, die Schublade voller Vorurteile. Das Rap heute viel mehr sein kann als das, beweist Noname.

Die Rapperin aus Chicago folgt mit ihrem neuen Lied Montego Bae einem, jungen, frischen, alternativen Trend in der Rapszene. Gekonnt verbindet Noname Einflüsse aus Jazz, Soul und anderen afroamerikanischen Genres zu einem Mix, der begeistert. Getragen von Backing Voices und Jazzschlagzeug schwebt die Lead-Stimme über dem Geschehen. Wie eine Erzählerin, die von außen auf das Geschehen blickt und doch ist sie gänzlich Teil des Songs. Und es gibt auch viel zu erzählen. Der Song erzählt von Liebe. Zum einen von der Liebe zu Montego Bay, die auch Bobby Bloom schon Ende der Siebzigerjahre besang. Aber auch die Geschichte um eine Lovestory, deren Charakter wohl jeder Hörer am besten für sich selbst bewertet.

Montego Bae ist jedoch keine simple Mischung zwischen Rap und Jazz, sondern bildet ein ganz neues Sound-Konstrukt. Auch Noname verzichtet nicht gänzlich auf Szene. Ausdrücke, auch beinhaltet der Song einen Rap-Part der frei über der restlichen Musik steht. Und doch hat der Song keine echte Hook und Rap ist es im engeren Sinne auch nicht. Sprechgesang definitiv, aber der melodische Aufbau, der Backing Chorus, wie auch der Verzicht auf fette Bässe und genretypische Effekte erinnern eher an einen Jazzclub als an ein Rapbattle und zeigen, dass Schubladen voller Vorurteile manchmal einfach verschlossen bleiben sollten.

RÜCKSCHAU

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ARCHIV

WOCHE Künstler/Band NAME DES ALBUMS/SONGS MUSIKLABEL
KW 06/2017 Nicola Cruz Danza De Visión Multi Culti
KW 10/2004 Firewater Dark Days Indeed siehe Text
KW 33/2019 Sofia Portanet Das Kind Duchess Box Records
KW 05/2014 Basenji Dawn siehe Text
KW 17/2015 Dylan Stark Daydream Civil Music
KW 01/2011 CREEP Days siehe Text
KW 24/2018 Pete Philly Dear Black Unicorn
KW 22/2014 JATA Dear Lover none
KW 51/2008 White Lies Death siehe Text
KW 12/2010 Mux Mool Death 9000 (Radioversion ft. Prof & P.O.S.) siehe Text