
Der Begriff des „Witch House“ dürfte seit dem vergangenen Jahr hinlänglich bekannt sein. Bandprojekte wie Salem oder oOoOO geistern im wahrsten Sinne des Wortes durch Musikblogs und die Ohren der an Subgenres interessierten Electronica und Hip Hop Fans.
Dunkle Synthbeats und versteifte Drummachines, seltsame Symbole und mit sakralen Elementen gespickte Bandnamen – Witch House ist nach längerer Überlegung vielleicht doch einfacher zu packen als man es von so einem Genre mit all seinen Einflüssen erwartet – oder erwarten möchte. Leicht wäre es, an dieser Stelle aufzählen, wer von wem beeinflusst wurde, was Chillwave damit zu tun hat und dass diese ganzen okkulten Bilder in den Myspace-Kommentaren vielleicht doch nicht ganz ernst gemeint sind, so merkwürdig sie einem auch erscheinen mögen.
Trotzdem ist es interessanter zu versuchen, CREEP in diese Schublade des Witch House zu stecken.
Im Bandnamen kommt ein Kreuz vor – check. Myspace und Official Website sind zu 90 Prozent schwarz – check. Und zugegeben… auch die leicht angehauchten Vocals wirken nicht besonders einfallsreich. Trotzdem ist die Debutsingle Days, die im Übrigen auf dem englischen Label der Band The XX – Young Turks – erscheint, irgendwie nicht die Art von Musik, die einem beim einsamen Waldspaziergang einen zusätzlichen Schauer über den Rücken jagt. Den Song meiner ahnungslosen Freundin zeigend, stellte sich bei ihr alsbald ein ambitioniertes Kopfwippen ein, daraufhin der Satz „Ja, das musst Du mir mal geben.“ Irgendwas hält Days also an der Oberfläche, bewahrt den Song davor im Sog der für Witch House sonst üblichen dunklen Abgründe zu verschwinden.
Deswegen stecke ich jetzt nichts in eine Schublade neben Dubstep und Industrial, neben New Wave und Rap. Days von CREEP ist fließend, wie der Name schon sagt, und einfach betörend. (Tina Trelle)
Soundcloud: Days | Myspace: Creep | Label: Parlophone | Label: Young Turks
RÜCKSCHAU
ARCHIV
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| KW 19/2023 | Pano | Hang in | Selbstveröffentlichung |
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