Fernweher - Gone Cover

Was machen Musiker*innen nach einer missglückten Beziehung? Ja, ich weiß, es liegt nicht gerade fern. Handeln doch gefühlt die Hälfte aller Songs von Trennungsschmerz und dramatischen Abschiedsszenen. Claudio Taglieris alias Fernweher hat in seiner Single Gone trotzdem etwas Neues zur Schwarmintelligenz der Heartbreak-Songs beigetragen. Herausfordernder und schärfer als von ihm gewohnt, reflektiert er seine Ex-Beziehung und plädiert für ein liebevolles Verhältnis zu sich selbst. Der 26-jährige Italiener hat zu seiner neusten Single gesagt: „When I listen to it I see myself as strong for being able to let it go and put myself first, which I hope is an inspiration for others struggling in toxic relationships.“

Nicht nur anhand der Line „how hard was the change for me“ lässt sich erahnen, wie schmerzhaft Taglieris Wandel hin zur Selbstliebe war. Auch musikalisch wird es den Hörenden in der, sonst eher chilligen, Ambient-Pop/Downtempo -Kuschelecke richtig unbequem gemacht. Zu den soft- klagenden Vocals und dezent-tragenden Drums gesellt sich nämlich schleichend ein bohrender Bass. Die minimalistische Produktion gibt dem elektronischen Klang dabei noch mehr Raum zur Härte, die sich in einem finalen Drop niederschlägt. Ein musikalischer Stil, der an Künstler wie RY X oder SOHN erinnert und doch eine eigene elektronische Handschrift zeigt.

Fernweher macht musikalische Selbstermächtigung zu seiner Strategie der Schmerzbewältigung und schafft es, atmosphärische Klangflächen entstehen zu lassen. Wenn die Vocals zerrissen an der Schwelle des Selbstmitleids stehen, klingt es jedoch teilweise so, als wolle er eine emotionale Wirkung forcieren. Auf der anderen Seite ist es Taglieris gelungen, einen kraftvollen elektronischen Sound aufzubauen, der die emotionale Intensität seines Gesangs unterstützt und herausstellt. Ein Song, der sich zeigen will, zum Nachdenken anregt und auf die Veröffentlichung von Fernwehers Debütalbum Everything is Purple im März neugierig macht.

 

Clara Quebbemann, eldoradio*

 

 

 

 

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KW 05/2014 Basenji Dawn siehe Text
KW 17/2015 Dylan Stark Daydream Civil Music
KW 01/2011 CREEP Days siehe Text
KW 24/2018 Pete Philly Dear Black Unicorn
KW 22/2014 JATA Dear Lover none
KW 51/2008 White Lies Death siehe Text
KW 12/2010 Mux Mool Death 9000 (Radioversion ft. Prof & P.O.S.) siehe Text