The Sounds Of Animals Fighting - Act II: All Is Ash Or The Light Shining Through It
Uns wundert ja fast nichts mehr. Dass wir bald allein in den Bereichen der sogenannten „Gitarrenmusik“ so viele Genres haben, wie unsere neueste Digitalkamera Pixel? Wundert uns nicht. Dass man im Grunde wöchentlich für eine Band schon wieder ein neues Genre eröffnen müsste? Wundert uns nicht. Dass es bei diesem geradezu evolutionsträchtigen Prozess oft der musikalische Nährwert völlig auf der Strecke bleibt? Wundert uns nicht im Geringsten. Dass mal wieder eine Band zig verschiedene bekannte Zutaten in einen Topf wirft, das Ganze frohen Mutes gründlich durchrührt und uns auf den Teller serviert? Wundert wohl niemanden. Dass uns das Ergebnis geradezu auf der Zunge zergeht? Das lässt uns staunen. Was zuletzt vielleicht am besten The Fall Of Troy demonstrierten, schaffen nun auch die kalifornischen Gourmetköche von The Sound Of Animals Fighting mit „Act II: All Is Ash Or The Lightning Shininng Through“ vom neuen Album „Tiger and the Duke“. Dass hier wieder viele Wörter gebraucht werden um die Band und den Song zu betiteln, ist für das Sammelgenre „Sonstwas-Core“ eigentlich alles andere als untypisch. Spätestens bei der Besetzung scheint man sich aber absolut von vielem dagewesenen abheben zu wollen. Sieben Musiker beschäftigt die Band, wenn sie im Studio ist, zwei weitere für Live-Auftritte. Sechs der Sieben singen und jedem von ihnen wurde ein bestimmtes Tier zugewiesen, die entsprechende Maske darf natürlich auch nicht fehlen. Bei „Act II: All Is Ash Or The Lightning Shining Through“ hört man verschiedene Stimmen, aber ob es nun drei oder alle sechs sind? Und wer genau da nun singt? Da sind wir überfordert. Brennend interessieren würde aber vor allem, wer von den Sechs denn bitteschön diesen wahnsinnigen, packenden, mitreißenden Refrain eingesungen hat, der dem Song dermaßen Feuer unterm Hintern macht, dass dieser aber sofort abzischt wie 'ne Rakete. Der Song startet selbstbewusst funkend, nur um kurz darauf auf null herunterzufahren und sich anschließend bis zum Refrain wieder aufzubauen. Da muss eine halbe Ewigkeit vergangen sein? Von wegen! 1:18 versichert uns Winamp, und wir müssen es wohl glauben. Dass The Sound Of Animals Fighting im späteren dissonanten Taktlabyrinth nie den Überblick verlieren, ist ihnen hoch anzurechnen. Auch dass ein solcher Part nicht nach selbstgefälligem Technikgewichse sondern nach interessierter Freude am ungewöhnlichen Ton klingt, freut uns ungemein. Genauso wie die Tatsache, dass uns diese Platte in die Hände gefallen ist. (Sven Riehle) Künstler: [[http://www.thesoundofanimalsfighting.com, The Sounds Of Animals Fighting]] | Label: [[http://www.equalvision.com, Equal Vision]]

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