
Koenigleopold. Für Historiker: ein alter Monarch, 1865 bis 1909 König von Belgien. Seit 2012 aber auch: zwei Künstler, die so ziemlich die verrückteste und damit faszinierendste Musik machen, die man seit langem gehört hat.
Lukas König und Leo Riegler, kommen aus Wien, tragen viel Bart und haben einen schrägen Humor. Musikalisch gesehen sind sie kaum mit Worten zu erfassen. Zu viele Genres und Stilmittel werden von den Beiden für ihre Stücke vermischt. Man merkt aber allen Titeln eine Vorliebe für Hip-Hop, Jazz und Sprechgesang an. Melodien zum mitsingen sucht man dagegen meistens vergeblich. Ihre Songs sind vor allem beim ersten Hören fast verstörend. Das Duo arbeitet nämlich souverän entgegen alle normalen Hörgewohnheiten und macht sich damit super interessant. Im Dezember 2013 erschienen ihre musikalisch- kaberettistischen Experimente zum ersten Mal auf Albumlänge. Ihr Debut „Eure Armut kotzt uns an“ stieß auf sehr gespaltene Meinungen. Für die einen war es ein musikalisches Meisterwerk und Koenigleopold die vielversprechendste Band im deutschsprachigen Raum, Andere waren enttäuscht von der Tatsache, dass auf diesem Album einfach nichts ernst genommen wird.
Dabei ist Ironie und vor allem Selbstironie doch eine von Koenigleopolds größten Stärken. Zum Beweis muss man nur einen Blick in ihrer Musikvideos wagen. Da sitzen sie zum Beispiel im Bikini im Wald oder hüpfen in Montschitschi Kostümen durch den Raum. Für eben den Song „montschitschi“ haben sich die beiden Musiker Mc Rhine an ihre Seite geholt. Das ist die Frau, die im Video in einer Art Raupenkostüm von der Decke hängt und von ihrem Spielzeug singt/erzählt. Wie gesagt, ein Klick auf Koenigleopolds Videos lohnt sich.
Abschließend soll noch hervorgehoben sein, dass Koenigleopold musikalisch und nicht nur komisch sind und dass es sich deshalb bei ihren Stücken durchaus um musikalische Meisterwerke handeln kann. In Kauf genommen werden muss dabei, dass Koenigleopold innerhalb eines Tracks ihre Hörer zum tanzen bringen können und dieselben Hörer im nächsten Moment mit verzerrtem Gesicht und blutenden Ohren auf der Tanzfläche stehen lassen. (Johanna Knoblauch)
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 03/2003 | Fidget | The Marks Of Those | siehe Text |
| KW 04/2003 | Rya | Planetary Council | siehe Text |
| KW 05/2003 | Koufax | Let Us Know | siehe Text |
| KW 06/2003 | The Delgados | Mad Drums | siehe Text |
| KW 07/2003 | Super Preachers | I Feel Happy | siehe Text |
| KW 08/2003 | Quarashi | Tarfur | siehe Text |
| KW 09/2003 | The Raveonettes | Whip It On | siehe Text |
| KW 10/2003 | Joe Jackson Band | Bright Grey | siehe Text |
| KW 11/2003 | Stereomud | Show Me | siehe Text |
| KW 12/2003 | The White Stripes | Good To Me | siehe Text |




