Cover: Mourn - Silver Gold

Rauer, akustischer Punkrock von vier jungen Katalanen, die unter dem theatralisch angehauchten Namen „Mourn“ auftauchen. Der Neuzugang des Brooklyner Labels Captured Tracks (u.a. Mac DeMarco und Perfect Pussy) lässt uns schon dadurch genauer hinhören, dass Jazz (18), Carla (18), Leia (15) und Antonio (18) sich in recht zartem Alter auf den Spuren eines musikalischen Genres bewegen, das seit Ende der Neunziger nicht mehr so richtig für den Klang der Jugendkultur steht: Punk am Rande des Grunge. "Four nerds playing music and shit at the doors of hell“ ist ihr selbstgewähltes Motto - eine infantile Phrase, die aber treffender nicht sein könnte.

Das Alternative-Quartett aus Barcelona erregt mit „Silver Gold“ gleichermaßen wie mit seinem selbst-betitelten Debüt-Album Mourn die Aufmerksamkeit zahlreicher Musikplattformen: So haben zum Beispiel die Jungs und Mädels von der Musikwebsite Pitchfork die Single kurzerhand zum "Best New Track" erhoben. Und die wissen oft, was gut ist.

„Silver Gold“, zieht uns mit einem unvermittelten Einstieg, einer selbstbewussten Stimme und seinem Wave-Punk-Grunge-Gemisch in die Welt von PJ Harvey, Patti Smith und Sleater Kinney. Das rudimentäre Englisch (die Zeile „Deliver me from heaven“ ragt durch ihre Verständlichkeit heraus) und die rotzige Stimme machen Mourn authentisch.

Mourn zeigen damit in zweieinhalb Minuten auf zwar jugendliche aber selbstbewusste Art und Weise, dass sie nicht an den Relikten ihrer Inspirationsquellen herumbasteln wollen. Wenn am Ende von „Silver Gold“ flirrende Klänge und kreischender Gesang mit den letzten Gitarrenriffs verschwimmen, während das Schlagzeug einfach durchballert, bleiben keine Zweifel: Die Vier wissen, was sie da tun. Von diesen Nerds lassen wir uns in Zukunft gerne mit auf ihre ganz eigene Höllenexpedition nehmen. (juk)

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