Kelela - Keep It Cool
Manchmal lohnt es sich eben doch ins kalte Wasser zu springen. Aufgewachsen in Washington D.C. macht sich Newcomerin Kelela 2010 auf den ungewissen Weg ins musikalisch fruchtbare LA. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich die Sängerin auf die Stimmimitation von R&B-Größen konzentriert und im Selbststudium versucht Gesangstechniken zu lernen. Als eigenständige Solokünstlerin oder Songwriterin sieht sie sich damals noch nicht. Einmal an der Westküste angekommen sind Kontakte jedoch schnell geknüpft und der Input ihres neuen musikalischen Umfeldes ermutigt Kelela dazu, das Korsett der Imitation abzulegen. Sie leiht mehreren Projekten ihre Stimme und macht sich dadurch in LA's Future R'n'B- und Bass-Music-Szene einen Namen. Die Jungs vom kreativen Jointventure „Fade to Mind“ werden hellhörig und bieten ihr an, 13 Songs mit der Unterstützung bekannter DJ Größen auf dem eigenen Label zu produzieren. Das Ergebnis dieses künstlerischen Selbstfindungstrips hört auf den Namen „CUT 4 ME“ und ist das Sprungbrett für den Song „Keep it cool“, der sich außerordentlich smooth direkt in die Ohrmuscheln legt. Kelelas geschwungene Vocals sind beim dem Track die Hauptattraktion, während das elektronische Klangbett unaufdringlich Akzente setzt. Klar strukturierte Drum- und Snare-Rhythmen bieten Raum für Kelelas Gesang, der sich fest und „soulig“ präsentiert und mit ständigen Variationen besticht. Das Spiel mit Klangfarbe und Tonlage beherrscht sie zielsicher und lässt für den Hörer immer wieder neue Facetten aufblitzen. Rechtzeitig zum Refrain schalten sich brummende, wabernde Synthesizer zu und geben dem Song einen leichten aber dennoch kraftvollen Druck. Hypnotisierendes Sounddesign und musikalisches Understatement entwickeln eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann, bis am Schluss Kelelas Stimme über das Ende des Songs hinaus verhallt. Stilsicher, dicht und kraftvoll ist dieser Einstand geworden. (Carsten Simmler)

RÜCKSCHAU

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ARCHIV

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KW 50/2012 Daughter Youth (Alle Farben Remix) siehe Text
KW 11/2003 Stereomud Show Me siehe Text
KW 01/2006 Jenny Wilson Let My Shoes Lead Me Forward siehe Text
KW 07/2007 Just Jack Starz In Their Eyes siehe Text
KW 45/2010 Girl Unit Wut siehe Text
KW 40/2008 High Places Storm siehe Text
KW 30/2013 Katie Got Bandz ft. King Louie Pop Out siehe Text
KW 45/2003 Pepe Deluxé Vamos Muchachos siehe Text
KW 29/2005 Mobius Band Twilight siehe Text
KW 35/2006 Klaxons Atlantis To Interzone siehe Text