FKA twigs - Papi Pacify
Wie würde es wohl klingen, wenn Geister Popmusik produzierten? FKA twigs erreicht „Papi Pacify“ eine Intimität, wie sie selbst The xx nicht gelang und befindet sich dabei in einer mystischen Zwischenwelt. Schüchtern bodenständig, düster belebend und rudimentär melodisch. Verschiedenste Einflüsse, Gegensätze und der bodenständige Umgang mit den eigenen Talenten scheinen nicht nur FKA twigs, sondern auch ihre Musik auszumachen. Geboren ist sie in der Grafschaft Gloucestershire im Westen Südenglands. Dort noch von Traktoren auf dem Weg zur Schule getrieben und mit Kühen als direkten Nachbarn, lebt sie heute in London zwischen Tonstudio und Pub – den beiden Orten, die sie zum Musikmachen beziehungsweise für das nötige Kleingeld am meisten frequentiert.

FKA twigs schreibt bereits seit zehn Jahren ihre eigenen Songs, von denen im Dezember 2012 vier auf ihrer ersten EP zu hören waren: unterkühlter R‘n‘B mit Dubstep-Elementen, polternde, zischende sowie vorbeirauschende Synthies und klackernde Beats. Ihr Gesangsstil erinnerte ebenso an M.I.A. wie an Beyoncé, Twigs beherrschte den selbstbewussten Pop ebenso wie zart-emotionalen R‘n‘B. Doch über alles legte sich etwas Sphärisches, etwas Unbekanntes.

Man stelle sich einen Raum vor, zu dem nur Seelen und Geister Zugang haben – schwerelos, an keinen Körper gefesselt, nur Fantasie und Bewusstsein. Das ist der Ort, an dem die Musik von FKA twigs entstehen könnte – körperlos, düster und doch belebt. Zwischen Synthies, Beats und Vocals gibt es immer wieder Freiräume, Elemente scheinen unbedacht aneinander gestückelt und ergeben zusammen doch eine Melodie. Synthies wie hüpfende Tennisbälle und in sphärischen Hallen platzende Seifenblasen, klackende Beats, überdehnte, in Zeitlupe abgespielte Vocals – wie Geräusche und Stimmen aus einem fernen Universum. Gebrechlich zart, verzerrt, aber doch intensiv. (René Tauschke, mit freundlicher Unterstützung von auftouren.de)

RÜCKSCHAU

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ARCHIV

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