Albumcover.

Es gibt Musik, die kommt in zweieinhalb  Minuten auf den Punkt und setzt an den Schluss noch ein Ausrufezeichen. Ganz im Gegenteil dazu kennt andere Musik keine Grenzen und kommt und geht so ruhig, dass sie fast kein Ende zu kennen scheint. IRAH machen genau solche Musik.

Auf Into Dimensions kreieren Stine Grøn, Adi Zukanovic und Oliver Laumann in häufig um und bei fünf Minuten langen Songs eine gravitätische und spirituelle Stimmung, die ihren Ursprung einerseits in der breitflächigen Produktion des dänischen Trios findet und andererseits in Stine Grøns Gesang, der immer zwischen Vulnerabilität und Eindringlichkeit changiert und sich wie eine weiche Decke über den Klang legt. "It is on the inside, it is on the oustide" - der Opener Fast Travelling fasst dieses allgegengewärtige Hörgefühl direkt prägnant in Worte.

Pathos ist eine schwierige Sache in der Popmusik. Und ohne Frage kann ein Überschwang an Emotionen schnell nach hinten losgehen. Umso schöner ist es, wenn Bands den Spagat zwischen zu wenig und zu viel schaffen. Bei IRAH ist das absolut der Fall. Dieses Zeremonielle, dieses Ätherische, das der Musik anhaftet, transportierte schon die erste, genauso wie das Album betitelte Single Into Dimensions. Auf dem Debüt wird es jetzt auf acht Songs ausgedehnt wie das andächtige Interlude, Above My Knees, das mehr Rhythmus zulässt, das düstere Mirroring oder Showering Layers Off My Skin, in dem Stine lyrisch über Selbstheilung singt.

Wer die Songs auf IRAHs Debütalbum Into Dimensions hört, kann sich schon vorstellen, wie eindrücklich sie erst live im Konzertsaal wirken müssen. Denn danach klingen die Songs: nach Philharmonie, sitzendem Publikum und nur auf die Bühne gerichtetem Lichtkegel. Mit glasklarer Stimme sprengt Stine die Grenze zwischen reinem Hören und intensivem Hörgefühl. "It is free, yet it binds me, it can't be broken when we separate", eine weitere Songzeile, die nur zu gut auf das Gefühl passt, mit dem IRAHs Musik den Raum füllt. Eindrucksvolle Musik von einem Trio, das seine Kunst perfekt beherrscht. (Benedict Weskott, CT das radio)

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ARCHIV

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