Liima - 1982

Mit der Zeitumstellung kommt nicht nur eine früher eintretende Dunkelheit daher, sondern auch das Verlangen nach Musik für jene Stunden. Auf 1982 praktiziert die dänisch-finnische Band Liima Musik, die sich weniger nach der Kälte des Nordens und mehr nach einer Autofahrt über leere Straßen bei Nacht anhört.

Dass warme und vielschichtige Synthesizerwände eine Formel zum Erfolg sein können, haben dieses Jahr schon Lea Porcelain mit ihrem Debüt Hymns to the Night bewiesen. Liima haben zwar nicht den New Wave- und Industrial-Einschlag von Lea Porcelain, drapieren ihre Songs aber auch gerne mit mehreren Ebenen von Synthesizerflächen. Gerade die Single 1982 besticht, neben ihrer Catchyness, mit brummenden Bässen, die Vorreiter sind für das Feuerwerk, das im Refrain und Outro ausbricht.   

Dabei sind lange, aufbauende Passagen keine Seltenheit auf 1982. Liima lassen sich gerne Zeit, was zur Folge hat, dass die lauteren Teile vieler Songs mehr Kraft bekommen und umso kathartischer wirken. People Like You und David Copperfield sind stellvertretend für diesen Stil und bedienen sich im Intro fast schon einer hypnotischen Wirkkraft. Liimas Musik erinnert an solchen Stellen am meisten an die nächtliche Fahrt über eine leere Autobahn.   

Auf der zweiten Hälfte des Albums nehmen sich die Synthesizer dagegen etwas zurück, lassen Raum für Spielereien und fast schon funkige Nachthymnen (My Mind Is Yours). Das ist eine willkommene Abwechslung und macht 1982 facettenreicher und spannender. Hinzu kommt die Konstanz und Kompaktheit der Platte; mit acht Songs, 38 Minuten Spielzeit und keinem wirklichen Ausfall bleiben kaum Wünsche offen. Liima haben mit 1982 ein Album voller Oden an die Nacht herausgebracht, das vor allem im CD-Player des eigenen Autos einen Dauerplatz finden dürfte.

(Pierre Rosinsky, CT das radio)

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Der Silberling der Woche ist eine Kooperation der Campusradios
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