Cover: Goldlink - Zipporah

Gestatten: D´Anthony Carlos aka GoldLink, 22 Jahre, der Mann der Stunde. Seit seiner Zeit auf der High School macht GoldLink elektronischen Hip Hop. Richtig durchgestartet ist er aber erst in den vergangenen Monaten. Zuerst mit einem Mixtape, dann mit seinem Debütalbum „And After That, We Didn´t Talk“, das am 6. November erschienen ist. Das Hip Hop Magazin XXL hat ihn in seine jährliche Freshmen List aufgenommen – da steht er jetzt schon mal in einer Reihe mit Typen wie Wiz Khalifa, Action Bronson oder Kid Cudi. Und auch der altehrwürdige Guardian hat GoldLink schon für sich entdeckt und ihn im Oktober zur „New Band Of The Week“ gekührt. Ob er dadurch mehr Druck verspürt? Nö, sagt er im XXL-Interview – es sind einfach nur mehr Leute, die seine Musik hören.

GoldLinks Debütalbum hört man diese Freiheit an. „Zipporah“, der zweite Track, klingt verdammt echt: Zurückgenommen, authentisch und nachdenklich. Hier streift ein junger Mann durch die Straßen einer amerikanischen Vorstadt, reflektiert sein Leben und packt alles, was in bewegt, in die Lines. Seine Hoffnungslosigkeit als Schwarzer, mit Drogenvergangenheit, ohne Zukunftsperspektive – und vor allem ohne die Frau, die er liebt.
Ein gospelähnlicher Einsatz in der Hook – doch Gott, oder wer auch immer da oben wohnt, lässt sich nur kurz blicken und kann nicht helfen. Wir sind wieder alleine mit GoldLink, der immer leiser wird, melancholischer, hoffnungsloser? Zum Ende des Tracks hören wir nur noch das leichte Kratzen einer Nadel auf einer Schallplatte. Die Platte dreht sich noch, doch GoldLink hat alles gesagt. (Linus Busch)

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