
Hinter Zebra Katz steckt der New Yorker Performancekünstler Ojay Morgan, der immer wieder in diese MC-Kunstfigur schlüpft, um kritische Statements der HipHop-Szene entgegenzuschleudern. Das hier ist ‚conscious rap‘ auf einer ganz neuen Ebene, die den typischen HipHop-Klischees den Kampf ansagt: „Reading“ ist aus der Gay- und Drag-Szene entlehnt und steht dort für symbolisch für intellektuelle Überlegenheit und pervertierte Machtverhältnisse. „Reading“ gilt als „die wahre Kunst der Beleidigung“, als eine subtile und fantasievolle Stichelei, die szenekonform erkannt wird, aber eben nicht offensichtlich dem durchschnittlichen Zuschauer. Und genau das steht im krassen Gegensatz zum drastisch-direkten Bashing des Mainstream-HipHops, das sich zudem oft gegen Schwule und Lesben richtet. Denn neben dem originalen Jamaica-Reggae gibt es wohl keine weitere musikalische Spielart, in der stets das latent homophobe Weltbild derart unhinterfragt weitergegeben wird.
In Kenntnis dieses Hintergrundes ist „Ima Read“ erst recht ein vielfach verwundener Rap-Track, der auf vielen Ebenen zeitgemäß und aktuell wirkt. Und der zudem, als wäre das alles nicht bereits wichtig und cool genug, den Klischeerahmen in einer eher wortwörtlichen Auslegung von ’reading’ auch noch auf Pornos und High-School-Filme verweisend überträgt – das Video sei Beweis genug. (mw)
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 26/2011 | Ossie | Set The Tone | siehe Text |
| KW 25/2011 | Active Child | – Playing House | siehe Text |
| KW 24/2011 | Azari & III | Hungry For The Power | siehe Text |
| KW 23/2011 | Blawan | Getting Me Down | siehe Text |
| KW 22/2011 | Thundercat | – For Love I Come | siehe Text |
| KW 21/2011 | Miracle Fortress – | Spectre | siehe Text |
| KW 20/2011 | Hooray For Earth | True Loves | siehe Text |
| KW 19/2011 | Jean Grae | You Dont Like It (So What) | siehe Text |
| KW 18/2011 | Jai Paul – | BTSTU | siehe Text |
| KW 17/2011 | NewVillager | Lighthouse | siehe Text |




