
Es ist laut. Es ist wütend. Es ist geplant. Es ist willkürlich. Es ist Yak. Drei langhaarige hagere Jungs aus London, die auf Fotos gerne so angepisst gucken, wie ihre Musik klingt. Mit ihrem Debütalbum „Alas Salvation“ wehren sie sich mit verzerrten Gitarren, verzerrtem Bass, verzerrtem Gesang, verzerrtem Alles gegen den glattgebügelten Indie-Pop-Sound a la the 1975 oder Bastille, der in jüngster Zeit in der Musikszene Englands en vogue geworden ist.
Schon vor dem Album-Release im März war das Trio weder zu feige, noch zu faul, permanent und öffentlich ihre gesunde Anti-Haltung kundzutun. Gegen bombastisch aufgeblasene Live-Shows. Gegen viel zu durchdachte Texte. Gegen moderne Popkultur. Bei Live-Shows machte die Band die Botschaft klar, indem sie wahllos Instrumente ins Publikum warf. In ihrer Musik findet sich als Vorzeige-Exemplar der Song No. Er kam mit Yaks erster EP. Im Refrain des Stücks brüllt Frontmann Oli Burslem, der sowohl optisch als auch stimmlich eine erschreckende Ähnlichkeit zu Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger aufweist, mit angeschwollener Halsschlagader 15 mal das Wort „No“ ins Mikrofon. Das war’s.
Auch auf den neuen 13 Tracks bleibt die Band ihrer Mischung aus Psychadelic und Garage treu. Schon der erste Song Victorious (National Anthem) kommt wuchtig unkonventionell daher. Disharmonisch-rückkoppelnde Gitarren übersteuern den dumpfen Beat von Schlagzeug und Bass. Irgendwo dazwischen Sprechgesang, dessen Melodieführung mindestens genauso verwirrt wie der Taktwechsel im Refrain. Auf der ersten Single-Auskopplung Hungry Heart führen Yak ihre wohl einzige Regel ein, die sie auch bis zum Plattenende konsequent immer wieder neu aufgreifen: Wenn ein Chorus da ist, dann besteht er meist nur aus maximal drei Silben, die „Again and again“ immer wieder herausgebrüllt werden. Alas Salvation sollte nach eigener Angabe ein „schizophrenes Album“ werden, das so viel von allem hat, dass man nach dem Hören selbst nicht weiß, was das da gerade genau war. Funktioniert.
(Jonah Lemm | eldoradio*)
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 15/2024 | Morgan Harper-Jones | Lose A Tooth | Play It Again Sam |
| KW 11/2024 | Thérèse | No Right Time | X-Ray Production |
| KW 10/2024 | Die neue Zärtlichkeit | STRG+ALT+ENTF | recordJet |
| KW 07/2024 | MAIKA | Little Lizard | Jazzhaus Records |
| KW 04/2024 | Edgar Homeros | Please Be Careful | Cosmos Music |
| KW 03/2024 | weesby | morgen | self-released |
| KW 51/2023 | Francis | taxilicht | Raposa |
| KW 25/2023 | Skuff Barbie | Locker | 365XX |
| KW 19/2023 | Pano | Hang in | Selbstveröffentlichung |
| KW 08/2023 | Heartworms | Retributions Of An Awful Life | Speedy Wunderground / [PIAS] |




