
Irgendwie hat das 80er-Revival nie so richtig geendet. Es zieht sich in schöner Regel- und Mittelmäßigkeit bis heute durch eine Musikwelt, in der Dieter Gorny und Co. Raubmordkopierer für sinkende Verkaufszahlen verantwortlich machen und dabei nur allzu gerne verschweigen, dass die Ursache hauptsächlich in lieblos abgelieferten Produkten liegt. Falsche Vorbilder, 1:1-Kopien, kein Mut zum Risiko - so könnte man den Status dieses permanenten Revivals charakterisieren.
George Lewis Jr. alias Twin Shadow zeigt, dass es auch anders geht. Stritten sich Anfang und Mitte der 80er Jahre The Smiths, New Order, The Cure und viele weitere mit Haken und Ösen um die Herzen trauriger britischer Teenager, gelingt es ausgerechnet einem Amerikaner aus Brooklyn, die verschiedenen Ausprägungen miteinander zu versöhnen und so für eine neue Zeitrechnung fit zu machen. Wenn er in "Slow" über Liebe doziert und schließlich desillusioniert beteuert "I Don't Wanna Believe In Love", klingt das immer noch unglaublich authentisch schmerzverzerrt. Doch eine gehörige Portion Hipstertum bewirkt einen bemerkenswerten Tenor zwischen Augenzwinkern und Depression. Wahrhaftig ein Charming Man. (fl)
"Slow" entstammt dem Album "Forget" (VÖ: 12.11.).
Künstler: Twin Shadow | Label: 4AD
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 33/2004 | Trashmonkeys | Innocent | siehe Text |
| KW 01/2010 | The High Wire | – Odds and Evens | siehe Text |
| KW 44/2006 | Joanna Newsom | Cosmia | siehe Text |
| KW 36/2013 | The 1975 | Sex | siehe Text |
| KW 38/2011 | Tape3000 | Förstår Mig | siehe Text |
| KW 06/2003 | The Delgados | Mad Drums | siehe Text |
| KW 14/2005 | Jack Johnson | Good People | siehe Text |
| KW 09/2004 | Venue Kids | We Once Were | siehe Text |
| KW 31/2009 | The Rural Alberta Advantage | The Dethbridge In Lethbridge | siehe Text |
| KW 20/2006 | End Of Fashion | O Yeah | siehe Text |




