
Torres leidet und ihre Gitarre leidet mit. Was mit verhalltem Gitarrenfeedback und kratzbürstigem Fingerpicking beginnt, steigert sich langsam, aber stetig, ohne letztlich die erlösende Katharsis zu erleben. Torres bleibt fast atemlos zurück, ihre Stimme klingt zum Ende hin noch belegter und spröder als zuvor. Aber genau das scheint auch ihr Markenzeichen zu sein: Die Dringlichkeit und Intensität, mit der ihre Stimme berührt und Reminiszenzen an eine Garde weiblicher Songwriter heraufbeschwört, die immer weniger das musikalische Bild unserer Zeit bestimmen: Patti Smith, EMA, PJ Harvey oder Scout Niblett.
Es ist jene Qualität des Klassischen, die Torres auszeichnet und für diese Rubrik prädestiniert. Gerade auch, weil die Themen bleiben, wenn die Interpreten längst verblichen sind. Entblößung, Erinnerung und Enttäuschung – Torres singt und windet sich verletzt ganz ohne Manierismen und vorlautes Rockröhrentum. Vielleicht klingt „Honey“ daher auch geerdeter und authentischer als vieles, was da draußen um emotionalen Beistand buhlt. Bei Torres bleiben eben echte Narben zurück. (mw)
PS: Das Album der 23jährigen aus Nashville erscheint vorerst nur via US-Import.
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 04/2012 | Johan Talabot | So Will Be Now | siehe Text |
| KW 02/2005 | Coralie Clément | L'Enfer | siehe Text |
| KW 16/2007 | Battles | Leyendecker | siehe Text |
| KW 35/2006 | Klaxons | Atlantis To Interzone | siehe Text |
| KW 37/2013 | Rüfüs | Desert Night | siehe Text |
| KW 52/2009 | Rox | My Baby Left Me | siehe Text |
| KW 33/2005 | Gus Black | Certain Kind Of Light | siehe Text |
| KW 35/2012 | Astronauts, etc. | You Can Yell | siehe Text |
| KW 51/2008 | White Lies | Death | siehe Text |
| KW 05/2004 | Clann Zú | Rí Rá | siehe Text |




