Cover: Sleep - After Dark

Jamie xx tut es, die Beatles hatten schon früh Gefallen daran gefunden und nun ist Andreas Spechtl der Sache verfallen: Field Recording. Apathisch in der Gegend sitzen, mit einem möglichst schrabbeligen Aufnahmegerät und den Klang des Alltags einfangen. Seine erste Solo-Platte unter dem Pseudonym „Sleep“ ist so zu Spechtls ganz persönlichen Sound-Impressionismus geworden.

35 Minuten lang fügt der Sänger der Wiener Indie-Kapelle „Ja, Panik“ Soundschnipsel aneinander, verzerrt und looped das Erlebte zu Beats, spielt eine seichte Gitarrenmelodie darunter und setzt akzentuiert monotonen Gesang darüber. Besonders verstörend sind dabei für deutschsprachige ZuhörerInnen die Wortfetzen aus nächtlichen Streitereien, aufgeregtem Gebrabbeln. Auf einmal verstehen wir etwas, glauben uns in das Gesspräch hören zu können, dann verschwimmt das, was wir gerade noch greifbar hatten wieder und wir fließen einfach wieder in den entspannten, träumerischen Beat. Im Song „After Dark“ setzt Spechtl sogar noch einen drauf und mischt deutschen Gesang und Städtenamen mit englischen Zeilen und fiesem Wiener Aktzent. Wie ein Traum nach einem missglückten Sprachkurs.

Der gewählte Projekt-Name ist dabei zwar etwas platt, trifft aber das Gefühl des nicht greifbaren wunderbar. Wie im Schlaf versuchen wir beim Zuhören zu verstehen, was uns Spechtl als Traumfänger sagen will, glauben eine Geschichte gefunden zu haben und dann, wenn wir zugreifen, zerrint sie uns zwischen den Fingern und wir fallen in das nächste Traumgebilde. (np)

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