Cover: Sioux Falls -- Rot Forever

In Nordamerika müsste man wohnen. Dann könnten wir uns grad gegenseitig zu jeder Menge großartiger Live-Gigs von Sioux Falls einladen und zusammen unsere Kehlen wund schreien, uns ein bisschen in die Ohren leiden und am Ende verschwitzt den Saal verlassen.

Die noch recht jungen Sioux Falls kommen aus dem beschaulichen Bozeman in Montana. Obwohl dieses Städtchen nicht mal 50 Tausend Menschen zählt, ist es das viertgrößte im sonst eher Menschenleeren Staat am nördlichen Rand der USA. Als Isaac und Fred anfingen, dort Musik zu machen, hatten sie mit Kleinstadtproblemen zu kämpfen: Wo proben? Woher einen Drummer nehmen, der nicht nach wenigen Auftritten wieder verschwindet? Sie kehrten Montana den Rücken und zogen nach Portland. Hier probten die Bands, die sie bewunderten und hier fand sich die Szene, die Sioux Falls voran brachte.

Mit Drummer Ben schrieben sie das erste Album Rot Forever und verfolgten ihre großen Ambitionen. Es sollte ein Album werden, das klingt wie die Platten, die sie in ihrer Kindheit hörten, ein Album, das sich beim Touren gut macht und gleichzeitig noch Jahre lang für ihren Sound stehen kann. „"We wanted to make a really big, sprawling rock album," hat Fred dem Blog Willamette Week im Interview verraten.

Es könnte sein, dass der Sound von Sioux Falls noch einige leichte Veränderungen durch macht. Vielleicht tritt in der nächsten Studio-Aufnahme die Stimme von Isaac etwas mehr über den scheppernden Becken hervor, vielleicht kürzen sie aus den Sieben-Minütern ab und an zwei Minuten schrammeliges Gitarrensolo raus, aber jetzt gerade kommt ihr dumpfer Shoegaze-Garagen-Sound genauso an, wie er ist. Bei den South by Southwest® (SXSW®) Conferences & Festivalsin Austin (Texas) haben sie erst kürzlich neben Sunflower Bean, Julien Baker und Car Seat Headrest gespielt, während Michelle Obama einige Räume weiter eine Rede hielt. „Ok sxsw was chill“, kommentieren die Jungs danach ganz enstpannt auf ihrer Facebook-Seite. Auf zu neuen Ufern. (Nele Posthausen)

 

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