
Nine Black Alps sind der konsequente Gegenentwurf zu den stylischen Hype Bands im Vereinigten Königreich. Anstatt feinen Zwirns werden Leder- und Jeansjacken getragen. Und Buttons tragen sie natürlich auch keine. Ob man das nun glaubwürdig finden will oder nicht (immerhin kommt die Platte in Deutschland über Universal), muss man selbst herausfinden. Nur soviel: Es ist den Aufwand wert.
Das Quartett aus Manchester hat soeben mit „Everything is“ (VÖ: 23.09.) nach ersten Vorabsingles im November und im Februar (die natürlich auch auf dem Album sind) seinen ersten Longplayer veröffentlicht. Und obwohl manche sie wahrscheinlich als Support der Kaiser Chiefs kennen, klingen sie eben überhaupt nicht nach der neuen Welle der britischen Hype Bands. Vielmehr knüpfen sie an die Leidenschaft, Spielfreude und Härte der Us-Postgrunge-Bewegung an. Und zwar im allerbesten Sinne. Die häufig gezogenen Vergleiche mit Nirvana mögen zwar übertrieben sein. Doch so ähnlich würden Nirvana heute vielleicht klingen, hätte es kein MTV Unplugged Konzert und kein „Smells like teen spirit“ gegeben. Naja, wenigstens so wie ihre Brüder.
Die amerikanischen Einflüsse sind leicht zu erklären: Die Platte ist produziert von Rob Schnapf, der u.a. schon für Elliott Smith arbeitete. Zudem lebte Sam Forrest, der die meisten Songs schreibt, für einige Zeit in Los Angeles, bevor es ihn zurück in die Provinz nach Cardiff zog. Nach dem Studium ging es endgültig nach Manchester. Zuerst als Fabrikarbeiter. Und nach einer Mischung aus dem allen klingt das Album dann auch: Große Posen, weltmännisches Getue, ohne dabei aber den Charme der kleinen Garden City irgendeines britischen Vorstadtörtchens einzubüßen.
Das größte Highlight - es gibt auf dem Album einige, eigentlich untypisch für eine Band aus diesem musikalischen Hintergrund - ist „Get your guns“. Wie eine wütende Mischung aus den Kinks und dem Seattlle der 1990er geht der Song sofort in die Vollen, kaum hat man sich wieder aufgerichtet, nachdem man von den ersten Tönen zurück in den Sessel gedrückt wurde, folgt eine wunderbare melodische Linie. Der Song verliert auch auf voller Länge nicht an Spannung, danach kommt nur ein Gedanke: Nochmal. (Felix Lammert-Siepmann)
Künstler: [[www.nineblackalps.net, www.nineblackalps.net]]
Label: [[http://www.universalmusic.de, http://www.universalmusic.de]]
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 15/2024 | Morgan Harper-Jones | Lose A Tooth | Play It Again Sam |
| KW 11/2024 | Thérèse | No Right Time | X-Ray Production |
| KW 10/2024 | Die neue Zärtlichkeit | STRG+ALT+ENTF | recordJet |
| KW 07/2024 | MAIKA | Little Lizard | Jazzhaus Records |
| KW 04/2024 | Edgar Homeros | Please Be Careful | Cosmos Music |
| KW 03/2024 | weesby | morgen | self-released |
| KW 51/2023 | Francis | taxilicht | Raposa |
| KW 25/2023 | Skuff Barbie | Locker | 365XX |
| KW 19/2023 | Pano | Hang in | Selbstveröffentlichung |
| KW 08/2023 | Heartworms | Retributions Of An Awful Life | Speedy Wunderground / [PIAS] |




