Movement - Ivory

In dieser Rubrik geht die Reise zuletzt immer öfter nach Down Under, genauer gesagt in die Metropole Sydney, wo das Trio „Movement“ seine kreative Keimzelle gepflanzt hat. Im September letzten Jahres haben sich Frontsänger Lewis Wade und die Soundbastler Jessy Ward und Sean Walker der Öffentlichkeit mit ihrer ersten Single präsentiert und wurden mit offenen Armen und applaudierenden Händen begrüßt. Der Track „Ivory“ aus ihrer ersten EP ist ein geschliffenes und einnehmendes Stück Musik mit einer leicht düsteren Note.

Der wummernde, exakt getimte Basslauf eröffnet und man hat kurz Ryan Gossling in „Drive“ vor dem inneren Augen, wie er langsam eine neongefärbte Straße entlang fährt. Wades Stimme mischt sich zwischen den Beat und ummantelt ihn mit seinem Falsettgesang. Zerbrechlich und wie ein widerhallendes Echo aus der Distanz schwebt sie über der Szenerie. Im Hintergrund spielt immer wieder ein kurzer Synthesizerpart mit ins Ensemble und verleiht dabei speziell dem Refrain eine veränderte Dynamik, ohne dabei den Fluss von Bass und Vocals zu bremsen. Der Refrain ist es auch, der Wades Gesang anschwellen lässt und eine ungeahnte Kraft in der ansonsten eher zurückhaltenden Stimme freisetzt.

Im letzten Akt wird die Bühne fast komplett für ein 80er lastiges Gitarrensolo geräumt, das mit breitem Verzerrer-Sound und wilden Richtungswechseln Harken schlägt, nur um anschließend ohne Vorwarnung in Nichts zu entschweben. Das treibende Uhrwerk Bass übernimmt den Ausgang und stoppt die Fahrt abrupt und ohne dabei zurückzuschauen. Geschickter Schachzug meine Herren!
Der Finger zuckt am Track-Repeat Button. (Carsten Simmler)

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