Lafawndah - Daddy

„Her name is Ancestor Boy. She‘s coming out on March 22nd. She can‘t wait to slide in your ears.“ Die New Yorker Künstlerin Lafawndah spricht über ihr Debütalbum als habe sie ein physisches Wesen geschaffen. Eine außerweltliche Kreatur. Irgendwie mysteriös, irgendwie furchteinflößend. „No more secrets. Now you know.“ verspricht die Sängerin ihren facebook-Followern.

Keine Geheimnisse mehr. Denn davon scheint Lafawndah mehr als genug zu haben. Den Anfang macht die Musikerin mit ihrer Single Daddy. Mit eisiger Stimme beschwört sie die Geschichte von einem Vermächtnis herauf; erzählt von Familiengeheimnissen und deren Enthüllung. „Daddy didn‘t tell you. Didn‘t know. Mama couldn‘t tell you but it‘s time to know.“ singt Lafawndah und wiederholt die Zeile gleich einem Mantra. Ihre Stimme ist dabei manchmal nicht mehr als ein Hauch. Kühl und unantastbar schweben die Worte inmitten von elektronischen, vielschichtigen Klängen, irgendwo zwischen psychedelischem Pop und Clubmusik.

Auch ihre Biografie klingt als würde Lafawndah zwischen den Welten wandeln. Aufgewachsen ist die Sängerin mit ägyptischen und iranischen Wurzeln in Paris und Teheran. Später lebt sie in Mexiko und findet schlussendlich ihre künstlerische Heimat in New York. Ihre Musik ist an keinem dieser Orte anzusiedeln. Vielmehr verwebt Lafawndah ihre Erinnerungen und die verschiedenen kulturellen Einflüsse zu einem dichten Netz aus explorativen Sound-Experimenten. Das Ergebnis ist Popmusik von einer Künstlerin, die es sich selbst nicht einfach macht, weder thematisch noch musikalisch. Musik ist für Lafawndah kein bequemer Ort. Singen bedeutet Risiko.

(Sophia Fischer, eldoradio*)

RÜCKSCHAU

KW 15/2024
Morgan Harper-Jones Lose A Tooth
KW 11/2024
Thérèse No Right Time
KW 10/2024
Die neue Zärtlichkeit STRG+ALT+ENTF
KW 07/2024
MAIKA Little Lizard
KW 04/2024
Edgar Homeros Please Be Careful

ARCHIV

WOCHE Künstler/Band NAME DES ALBUMS/SONGS MUSIKLABEL
KW 29/2008 The War On Drugs – Taking The Farm siehe Text
KW 44/2004 CDOASS Speak To Me siehe Text
KW 10/2003 Joe Jackson Band Bright Grey siehe Text
KW 12/2011 The Weeknd House Of Balloons siehe Text
KW 24/2006 Peter Bjorn And John Young Folks siehe Text
KW 45/2012 Lowell Shake Him Off siehe Text
KW 09/2009 Kwes Hearts In Home siehe Text
KW 21/2004 The Local Boys Tokyo siehe Text
KW 44/2003 Primal Scream Some Velvet Morning (feat. Kate Moss) siehe Text
KW 40/2010 Jamie Woon Night Air (Ramadanman Refix) siehe Text