J Hus - Common Sense

Die BBC hat J Hus ganz schön unter Druck gesetzt: Am Ende jedes Jahres veröffentlicht der britische Sender eine Liste mit bis dato eher unbekannten Künstlern, denen sie im Folgejahr den Durchbruch prophezeien. Auf den Listen der vergangenen Jahre standen Musiker wie 50 Cent, Florence and the Machine, Lady Gaga und George Ezra. In diesem Jahr wurde J Hus die Ehre zuteil – also ganz schön große Fußstapfen für den britischen Rapper.

Allzu große Sorgen sollte man sich um den 21-Jährigen aber nicht machen: In seinen Songs zumindest wirkt J Hus äußerst entspannt. So auch bei seinem neusten Werk „Common Sense“: Nicht nur, dass er im zugehörigen Musikvideo betont lässig und ganz wie die Großen der Branche aus einem fetten Benz steigt und mit Geld um sich schmeißt – er rappt geschmeidig auf den aufgetürmten, Orchester-artigen Sound. Das Ganze in einem anständigem Tempo zum Mitgehen und Textzeilen wie „My stroke game mental, my lifestyle eventful, I didn't mean to offend you“ – und man erkennt, warum sein Aufstieg prognostiziert wird. J Hus rappt über sich, feiert sich ab, disst die anderen und klingt dabei souveräner als manch einer, der schon länger in der Branche ist.

„Common Sense“ ist kein Hip-Hop, der mit großem Lärm und aggressiven Sounds darauf abzielt, zu zeigen, wer die dicksten Eier der Branche hat. Es ist aber auch kein Gute-Laune-Sommertag-Hip-Hop, der an der Grenze zur Belanglosigkeit herumirrt. „Common Sense“ ist authentisch, es hat Schwung, J Hus findet den Mittelweg zwischen den Positionen. Der Song ist etwas für jeden, der Hip-Hop mag – „Common Sense“ halt. Und was sonst noch so „Common Sense“ ist, legt J Hus mal eben selbst im Refrain fest: Doing styles on them, hopped out the Benz, got a monkey on my feet, got gorillas in the streets. Nehmen wir so hin.

Man darf gespannt sein, ob 2017 tatsächlich J Hus‘ großes Jahr wird. In den UK-Charts ist er auf jeden Fall schon auf einem guten Weg: Sein Album, das ebenfalls den Titel „Common Sense“ trägt, ist auf Platz 6 eingestiegen. Davor platzierte er schon satte elf Mal einen Song in den britischen Top 100 – nicht schlecht für den Anfang. Man kann der BBC eigentlich schon dankbar sein, dass sie J Hus unter Druck gesetzt hat – er liefert ganz schön ab.

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