Drens - Wilhelm Be Gone

Über Musik aus der Heimat schreiben wir gerne. Wenn sie echt gut klingt, erst recht. Drens machen wieder solche Musik. Die klingt absolut nach Dortmund: nicht perfekt und auch nicht wunderschön, sondern ungeschminkt, ehrlich und leidenschaftlich.

Warum eigentlich wieder? Vor zwei Jahren brachten Arno, Fabian und Patrick ihr erstes Album The Whole Circus Before It Began raus. Punk aus der Nordstadt sollte das sein. Ein überzeugendes Werk für ein Debüt, mit mitreißenden Melodien. Die allerdings waren kein Punk, sondern Indierock bis sogar Indiepop. Jetzt ist davon nichts mehr übrig.

Die neue Single Wilhelm Be Gone hat einen rohen Sound. Die Gitarren sind übersteuert hingerotzt, das Schlagzeug laut, der Gesang ist ein mehrstimmiges Brüllen. Der neue Klang passt besser zu Drens. Diesen Eindruck vermittelt die Dortmunder Bands übrigens selbst. Sie distanziert sich vom alten Material deutlich und hat ihre musikalische Identität der letzten zwei Jahre ausgelöscht. Das erste Album gibt es nicht mehr zu kaufen. Die Musikvideos sind aus dem Netz verschwunden. Bei Live-Auftritten wird nichts mehr davon performed.

Stattdessen hat die Band, die mittlerweile von Joel an Gitarre und Schlagzeug unterstützt wird, sichtbar enorm viel Spaß bei den neuen Tracks, dass man sich fragen muss: Warum nicht gleich so? Ein zweites Album releasen Drens aber nicht, selbst wenn genügend neue Tracks aufgenommen worden sind. Was roh klingt, soll auch roh verkauft werden: Die Band bringt nach und nach nur einzelne Singles raus. 

(Julian Beyer, eldoradio*)

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