
“Sexyland” ist ein Begriff, der sicherlich viele Assoziationen zulässt. Aber ob ausgerechnet Essen da reinpasst? Ja, sogar Crepes? Es soll ja schließlich Leute geben, die gerade Käse eine entsprechende Erotik attestieren – insbesondere in überbackenem Auftreten. Und Käse in Crepes? Gut, das darf Geschmackssache sein, aber zumindest aus dieser Perspektive wirkt eine etwaige Band-Song-Kombi wie Crepes mit Sexyland mehr als zulässig. Im Track geht es nämlich auch um äußerliche Perfektion.
Zum Verzehr von Crepes in süßer oder deftiger Variation eignet sich der Track hervorragend. Gekauft hast du dein Crepes an einem Essensstand an der Küste einer kalifornischen Riviera. Durch deine Sonnenbrille, die diesen Sommertag in ein angenehmes Sepia taucht, erblickst du deine perfekten Freunde im Cabrio. Sie holen dich ab, ihr fahrt zum Strand und hängt unter Palmen ab. Der Soundtrack des Tages? Weezers „Island In The Sun“, locker-psychedelische Stücke von King Gizzard & The Lizard Wizard, ein selbstgemixtes Mac DeMarco Best Of und die paar guten Tracks von „The OC Mix“ – genauso klingt es in Sexyland.
Ein solides Indie-Schlagzeug mit vorsichtigen Brushes führt durch den Track, dazu kommt die Gitarre, die Jack Johnson bei den Beach Boys gespielt hätte, außerdem eine psychedelisch slidende Gitarre und eine ganz sanfte Orgel. Die Stimme von Sänger Tim Karmouche spielt dabei fast ihr eigenes Instrument, so teilnahmslos-glücklich schweift sie mit der Melodie mit.
„She’s asking to take me to Sexyland and I said there’s no place that I’d rather be“ – klingt ganz schön verlockend, dieses Sexyland. Aber was, wenn diese Perfektion irgendwann zur Tortur wird, wenn diese ständige Idylle nur noch stresst? „I don’t understand why we came here again“, klingt es irgendwann aus Tim Karmouches Mund – immer noch in der gleichen monotonen Stimmlage, aber trotzdem ein bisschen enttäuscht.
Trotzdem sollte man Sexyland seinen Triumph gönnen. Crepes machen damit unfassbar Bock auf Sommer. In Australien, wo Crepes herkommen, ein Leichtes: Da ist es jetzt schön warm. Wir warten solange auf den Sommer 2018.
(Lars Frensch, eldoradio*)
RÜCKSCHAU
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