Cover: Anenon - Machines

Erwachsen aus Improvisations-Sessions hat Brian Allen Simon aka Anenon sein erstes komplettes Album veröffentlicht. Neun Tracks, in denen er zwischen echten Instrumenten und elektronischer Verstrickung das Leben in Los Angeles skiziieren möchte und für gute Zuhörer tausend weitere Lesarten ermöglicht.

Seine erste EP auf dem Label „Friends Of Friends“ hat Anenon mit einem Klarinetten-Solo beginnen lassen. Improvisation pur. Fast zwei Minuten spielt sich das Instrument extatisch und leicht schräg aus. Das Atmen des Instrumentalisten ist zu hören. Mutiger Einstige für einen Produzenten, der in Los Angeles elektronische Musik macht. Aber genau das ist die Schnittstelle, an die Anenon ran will und so bleibt er auch auf seiner zweiten Veröffentlichung mutig.

Der Titeltrack zum ersten Langspieler „Petrol“ ist ein zurückgenommenes Instrumentalstück, das auf das erste Hören kaum elektronischen Einfluss durchschimmern lässt. Traurig und langsam nimmt es den ganzen Raum ein, schwelt zwischen kaum hörbar und bedrohlich laut. Anders Tracks wie Once oder Mouth, die zwar auch mit deutlichem Instrumental-Einsatz beginnen, dann aber schnell so enge Loops erfahren, dass sie tanzbar werden, Synthesizer zulassen und das Bass-Wummern umarmen.

Einer der Tracks mit der stärksten Entwicklung auf „Petrol“ ist sicherlich Machines. Über fünf Minuten steigert Anenon zunächst seichte Klavier-Klänge über schepperndes Metall, gespielt wie die Drums auf einem House-Track und blechern wie Geschirrklappern, bis er wieder Ruhe in den Track bringt und dann ein waberndes Finale aus Streichern und Bass-Dröhnen erreicht. Musik, die definitiv hinhören erfordert und dann bei jedem neuen Durchlauf weitere Lesarten eröffnet. (Nele Posthausen)

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