Yoste - Blue

Die Sonne ist gerade untergegangen, die Nacht lässt noch einen Moment lang auf sich warten und der Himmel leuchtet in einem sanften, tiefen blau. Nur wenige Minuten lang, dann wird es unmerklich, aber genauso plötzlich dunkel. Diese kurze Zeitspanne, die weder dem Tag noch der Nacht gehört, ist die „blaue Stunde“. Vielleicht hat sich Yoste für seine Single Blue von diesem Zauber inspirieren lassen. Jedenfalls passen die vielschichtigen, sphärischen Klänge in genau diesen Moment, der irgendwo auf der feinen Linie zwischen Ruhe und Wehmut balanciert.

“I’ve fallen on my own regret, building towers from my love. Your claws around my throat again, all I am is not enough“, singt der Australier in Singer-Songwriter-Manier, während weiche Harmonien und elektronisch wabernde Sounds das Ohr umspülen und das Gefühl vermitteln, dass im Grunde doch alles gut wird. Yoste bettet die poppigen Melodien in eine angenehm unaufgeregte Komposition. Damit schafft er einen Rahmen, der seinen durchaus schwermütigen Texten, die nötige Leichtigkeit gibt, ohne dabei beliebig zu werden.

„Music straight from my bedroom to your ears and hearts.“ So beschreibt Yoste selbst seine Arbeit als Musiker und Produzent. Und tatsächlich wirkt der Titel Blue wie ein kurzer Tagebucheintrag. Ein innerer Monolog, in dem Yoste lyrisch und persönlich über eine Beziehung spricht, die zu kompliziert und zu schnelllebig ist, um sie richtig einordnen zu können. Generell scheint der Sänger aus dem australischen Sunshine-State eine bedachte Person zu sein. Seine Debut EP Try To Be Okay erscheint im Februar 2019 und  handelt, genau wie die Single Blue, davon zwischen den Stühlen zu stehen. Davon, nicht genau zu wissen, wo man eigentlich hingehört, von Unsicherheit und Sinn-Suche. Immer begleitet von sanften elektronischen Klängen und der Einladung, einen Moment lang abzutauchen.

(Sophia Fischer, eldoradio*)

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