
Irgendwie hat das 80er-Revival nie so richtig geendet. Es zieht sich in schöner Regel- und Mittelmäßigkeit bis heute durch eine Musikwelt, in der Dieter Gorny und Co. Raubmordkopierer für sinkende Verkaufszahlen verantwortlich machen und dabei nur allzu gerne verschweigen, dass die Ursache hauptsächlich in lieblos abgelieferten Produkten liegt. Falsche Vorbilder, 1:1-Kopien, kein Mut zum Risiko - so könnte man den Status dieses permanenten Revivals charakterisieren.
George Lewis Jr. alias Twin Shadow zeigt, dass es auch anders geht. Stritten sich Anfang und Mitte der 80er Jahre The Smiths, New Order, The Cure und viele weitere mit Haken und Ösen um die Herzen trauriger britischer Teenager, gelingt es ausgerechnet einem Amerikaner aus Brooklyn, die verschiedenen Ausprägungen miteinander zu versöhnen und so für eine neue Zeitrechnung fit zu machen. Wenn er in "Slow" über Liebe doziert und schließlich desillusioniert beteuert "I Don't Wanna Believe In Love", klingt das immer noch unglaublich authentisch schmerzverzerrt. Doch eine gehörige Portion Hipstertum bewirkt einen bemerkenswerten Tenor zwischen Augenzwinkern und Depression. Wahrhaftig ein Charming Man. (fl)
"Slow" entstammt dem Album "Forget" (VÖ: 12.11.).
Künstler: Twin Shadow | Label: 4AD
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 48/2015 | DJ Paypal | Sold Out | Brainfeeder |
| KW 16/2010 | Maps & Atlases | Solid Ground | siehe Text |
| KW 22/2010 | Tame Impala | Solitude Is Bliss | siehe Text |
| KW 22/2004 | Maritime | Some One Has To Die | siehe Text |
| KW 44/2003 | Primal Scream | Some Velvet Morning (feat. Kate Moss) | siehe Text |
| KW 06/2007 | Polarkreis 18 | Somedays Sundays | siehe Text |
| KW 11/2004 | Swosh! | Someone | siehe Text |
| KW 24/2009 | I Got You On Tape | Somersault | siehe Text |
| KW 02/2009 | Hockey | Song Away | siehe Text |
| KW 15/2005 | Maria Taylor | Song Beneath The Song | siehe Text |




