
Irgendwie hat das 80er-Revival nie so richtig geendet. Es zieht sich in schöner Regel- und Mittelmäßigkeit bis heute durch eine Musikwelt, in der Dieter Gorny und Co. Raubmordkopierer für sinkende Verkaufszahlen verantwortlich machen und dabei nur allzu gerne verschweigen, dass die Ursache hauptsächlich in lieblos abgelieferten Produkten liegt. Falsche Vorbilder, 1:1-Kopien, kein Mut zum Risiko - so könnte man den Status dieses permanenten Revivals charakterisieren.
George Lewis Jr. alias Twin Shadow zeigt, dass es auch anders geht. Stritten sich Anfang und Mitte der 80er Jahre The Smiths, New Order, The Cure und viele weitere mit Haken und Ösen um die Herzen trauriger britischer Teenager, gelingt es ausgerechnet einem Amerikaner aus Brooklyn, die verschiedenen Ausprägungen miteinander zu versöhnen und so für eine neue Zeitrechnung fit zu machen. Wenn er in "Slow" über Liebe doziert und schließlich desillusioniert beteuert "I Don't Wanna Believe In Love", klingt das immer noch unglaublich authentisch schmerzverzerrt. Doch eine gehörige Portion Hipstertum bewirkt einen bemerkenswerten Tenor zwischen Augenzwinkern und Depression. Wahrhaftig ein Charming Man. (fl)
"Slow" entstammt dem Album "Forget" (VÖ: 12.11.).
Künstler: Twin Shadow | Label: 4AD
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 35/2011 | Sampha | Indecision | siehe Text |
| KW 36/2011 | Lana Del Rey | Video Games | siehe Text |
| KW 37/2011 | L-Vis 1990 | Lost In Love | siehe Text |
| KW 38/2011 | Tape3000 | Förstår Mig | siehe Text |
| KW 39/2011 | Kuedo | Scissors | siehe Text |
| KW 40/2011 | Wise Blood | Penthouse Suites | siehe Text |
| KW 41/2011 | Ghoul | The Slip | siehe Text |
| KW 42/2011 | The Brandt Brauer Frick Ensemble | Pretend | siehe Text |
| KW 43/2011 | Cold Specks | Holland | siehe Text |
| KW 44/2011 | Charli XCX | Nuclear Seasons | siehe Text |




