
Irgendwie hat das 80er-Revival nie so richtig geendet. Es zieht sich in schöner Regel- und Mittelmäßigkeit bis heute durch eine Musikwelt, in der Dieter Gorny und Co. Raubmordkopierer für sinkende Verkaufszahlen verantwortlich machen und dabei nur allzu gerne verschweigen, dass die Ursache hauptsächlich in lieblos abgelieferten Produkten liegt. Falsche Vorbilder, 1:1-Kopien, kein Mut zum Risiko - so könnte man den Status dieses permanenten Revivals charakterisieren.
George Lewis Jr. alias Twin Shadow zeigt, dass es auch anders geht. Stritten sich Anfang und Mitte der 80er Jahre The Smiths, New Order, The Cure und viele weitere mit Haken und Ösen um die Herzen trauriger britischer Teenager, gelingt es ausgerechnet einem Amerikaner aus Brooklyn, die verschiedenen Ausprägungen miteinander zu versöhnen und so für eine neue Zeitrechnung fit zu machen. Wenn er in "Slow" über Liebe doziert und schließlich desillusioniert beteuert "I Don't Wanna Believe In Love", klingt das immer noch unglaublich authentisch schmerzverzerrt. Doch eine gehörige Portion Hipstertum bewirkt einen bemerkenswerten Tenor zwischen Augenzwinkern und Depression. Wahrhaftig ein Charming Man. (fl)
"Slow" entstammt dem Album "Forget" (VÖ: 12.11.).
Künstler: Twin Shadow | Label: 4AD
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 11/2007 | Bark Bark Bark | One Thing Stands | siehe Text |
| KW 28/2012 | Boy Kid Cloud | From The Start | siehe Text |
| KW 44/2008 | Little Boots | Meddle | siehe Text |
| KW 06/2005 | K | OS - Crabbuckit | siehe Text |
| KW 25/2003 | T. Raumschmiere | The Game Is Not Over | siehe Text |
| KW 23/2010 | Mount Kimbie | Field | siehe Text |
| KW 39/2006 | Ultra Brain | Monkiki | siehe Text |
| KW 08/2013 | Josef Salvat | This Life | siehe Text |
| KW 20/2008 | Fleet Foxes | English House | siehe Text |
| KW 36/2004 | The Faint | I Disappear | siehe Text |




