Shura - Just Once (MissingNo Remix)

Grund zur Freude! Denn: Der Londoner, „Leeds-educated“ Untergrund-Prodzuent MssingNo hat Shura' s „Just Once“ ge-remixed. Und dabei herausgekommen ist ein reinstes Plus für die zweite Single der 23-jährigen Londonerin Aleksandra Denton - aka Shura.

Das marode Beziehungsende, das sie in „Just Once“ mitsamt des ganzen Für und Widers, Hin und Hers, der gefrusteten Desillusionierung und verbitterten Herzensbrecherei, besingt, ist kein allzu tiefer Griff in die textliche Trickkiste. Hier offenbart sich bald der allzu häufig vernommene Stereotyp gebrochener Herzen: Der bröckelnden Beziehung soll durch einen willkürlichen Flirt ein für alle Mal ein Ende gesetzt werden – auf dass die Entscheidung, Schluss zu machen, leichter fiele. 

„Just once I´m gonna go get drunk“. Wie feige. Angetüdelt flüchtet sich Shura in diesen Gedanken und es ist ihr egal, dass sich ihr neues Abenteuer nicht einmal an ihren Namen erinnert. „If you get my name wrong I won’t get pissed off cause I wish I was somebody else“. Wie ungemütlich. „Just Once“ verweilt dennoch in diesem verführerischen Gedankenkreis und wird die endgültige Entscheidungsschwelle nicht übertreten, da der quälende innere Zwist nicht arglos aufgelöst werden kann.

Verglichen zum Original, das soundtechnisch eher an schwoofige Sonnenuntergangs-Chocktailparties vergangener Jahrzehnte erinnert und dessen Macherin sich neben Phil Collins ans Keyboard gesetzt zu haben scheint, spielt Mssingno' s Remix vielmehr mit unserer Vorstellungskraft. Er greift den Synthie-poppigen Sound bestimmt auf und zeichnet so ein klares Bild: Die wehleidige Unentschlossenheit des Originals weicht gleichsam bitterer Coolness und Arroganz. Die zerrütteten Lyrics fügen sich perfekt in die hochgezogenen Vocals. Shuras kummervolle, fragile Stimme wird gepitched und synthetisch verzerrt. Geschickt übereinandergelegte apodiktische Beats und ein unter allem wabernder düsterer Bass, bilden eine abgerundete Schichtung. So entsteht ein Gesamtkunstwerk, das ganz danach klingt, als wolle der schattig-verzerrte Bass Shuras Willen belagern, um dem Gedankenkreisen ein Ende zu setzen. Wir HörerInnen ertragen ihre Verzweiflung gerne, denn wir sollten inzwischen vermuten können, wie sie sich entscheidet... (juk)

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