Olafur Arnalds - 30:55
Es endet meist unschön. Der Tinnitus fräst sich ins Ohr, lässt die Hirnrinden explodieren, den Kopf nimmer stillstehen. Stört, raubt Nerv und Lebensdrang. Das Leben als Drummer in den zwei Hardcorebands Fighting Shit und Celestine bedeutet für Olafur Arnalds neben ungebrochenem Aggressionsabbau vor allem Lärm und Stress. Mit voller Wucht klatscht die Doublebass als wulstiger Stoß durch den Raum, während die Becken ihr Vibrato in den Moshpit impfen. Dieses lautstarke Leben lässt der blutjunge Isländer bisweilen hinter sich, legt die Sticks dann und wann beiseite und öffnet den Koffer mit der Geige oder versucht sich an sacht geschlagenen Pianoläufen. Sein Kontrastprogramm heißt: Intimität. Dicht verwoben sind die Atmosphären, die sich in den Wortlosigkeiten seines Debüts auftürmen. Fragil und in ihrer Unendlichkeit beeindruckend, dann mit überbordendem Pomp und fulminanten Crescendi zu ergreifenden Erstschlägen ausholend. "30:55" ist ein Paradebeispiel. Klassisch instrumentiert und doch mit dem Charakter bekannter Indie-Ästhetik. Und diese Spannungsbögen halten, was sie versprechen. Die Melodien scheinen direkt vom Zuckerbäcker zu stammen, und alles ersprießt letztlich in schauerlich-schönem, melancholischem Wohlklang. Einnehmend und bezaubernd. Und vor allem: leise. (Markus Wiludda) "30:55" entstammt dem Album "Eulogy For Evolution" - erscheint Ende Oktober in Deutschland. Künstler: [[http://www.olafurarnalds.com, Olafur Arnalds]]

RÜCKSCHAU

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ARCHIV

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KW 33/2008 Rex The Dog I See You, Can You See Me? siehe Text
KW 34/2008 Lukestar White Shade siehe Text
KW 35/2008 Tittsworth WTF siehe Text
KW 36/2008 Noah And The Whale 5 Years Time self
KW 37/2008 Rainbow Arabia Let Them Dance siehe Text
KW 38/2008 Buraka Som Sistema Kalemba siehe Text
KW 39/2008 Abe Vigoda Cranes siehe Text
KW 40/2008 High Places Storm siehe Text
KW 41/2008 The Very Best Get It Up! (Esau Mwamwaya & Radioclit feat. M.I.A.) siehe Text
KW 42/2008 Misanthrop Effi Briest siehe Text