Nonono - Down Under
Ein Hoch auf das Internet. Womöglich wäre uns sonst all die tolle Musik entgangen, die zurzeit mal wieder aus Skandinavien kommt. Der Guardian hat das Jahr 2013 schon jetzt zum Jahr des „Scandi-Pop“ ernannt. Ein Grund dafür: Das Stockholmer Trio NONONO, bestehend aus Sängerin und Songschreiberin Stina Wäppling und dem Produzenten-Duo Astma and Rocwell, die seit Frühling 2012 gemeinsam Musik machen.

Die kürzlich erschienene Single ''Pumpin' Blood'', ein fröhlich-eingängiger Sommer-Hit, ist nun die zweite Single des Trios. Weitaus interessanter ist aber deren B-Seite ''Down Under''. Von der Stimmung her könnten die beiden Songs unterschiedlicher kaum sein. Während Pumpin' Blood ein typischer Fenster-runter-Lautstärke-rauf-Mitsing-Song ist, zwingt Down Under zum Anhalten und genauen Hinhören, um jede Nuance mitzubekommen. Getragen wird der Song von einem verwobenem Schlagzeug-Beat, der von einer dumpfen, hypnotischen Bassdrum strukturiert wird. Orchestrale Streicher und eine in Hall schmachtende, an The XX erinnernde Gitarre schwelgen voller Melancholie durch den Song. Über der düsteren Instrumentalisierung schwebt die fragile Stimme von Wäppling, die im Refrain ihre ganze Größe aufzeigt und fast flehend die wunderbare Zeile ''We are only what we feel / yearning for something real'' singt. Bislang ist Down Under der spannendste, weil intensivste und emotionalste Songs der Schweden. Ein Album soll noch dieses Jahr erscheinen. Die bisher veröffentlichten Tracks stimmen optimistisch, dass dieses Jahr nicht nur das Jahr des ''Scandi-Pop'' werden kann, sondern auch ein großes Jahr für NONONO.

Noch schmerzhafter und leidender ist übrigens die fantastische Akustik-Version des Songs, die es auf YouTube zu sehen gibt. (Stefan Dierkes)

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