Mereki - Dth Buny

Ein treibender Beat und eine verzweifelt-aggressive Sängerin, nur nebenbei kleine elektronische Spielereien. „Death Pop“ nennt Mereki selbst ihren Sound – passt.

Dabei ist Mereki noch nicht immer so krass unterwegs: Bei ihrem Debüt im Jahr 2013 war sie fast ein anderer Mensch. Ein unschuldiges, blondes, blasses Mädchen, dazu verträumte Synthies. Und nur zwei Jahre später ist da eine abgefuckte, lässige Attitüde, als wäre dieses Mädel schon Jahrzehnte die Frontfrau einer Punkband. Woher kommt dieser Wandel?
Vielleicht ja daher, dass Mereki, die mittlerweile in LA lebt, deutlich selbstsicherer geworden ist. Sie hat für Kylie Minogue geschrieben und für Sky Ferreira Backing Vocals aufgenommen. Und sie hat offensichtlich gemerkt: Einfach loslassen und machen, kann ziemlich gut werden.

So wie beim Song „Dth Buny“, der in kürzester Zeit entstanden ist: Mereki haut einfach raus, was sie am Nachmittag zuvor geschrieben hat – geändert wurde im Nachhinein nichts mehr. Genau das ist es, was „Dth Buny“ ausmacht: Nur zu Beginn bleiben ein paar Sekunden zum Luftholen, danach geht es sofort und pausenlos zur Sache. Mereki versucht gar nicht, sich dem Zuhörer vorsichtig zu nähern, sondern springt ihm gleich mit all ihren Gefühlen ins Gesicht. Und nach zweieinhalb Minuten ist abrupt Schluss. Mereki selbst sagt, dass sie an dem Song die „Spontaneität“ und „Dringlichkeit“ mag – das mache den Song „sehr ehrlich und irgendwie verwundbar.“ Um gleich hinterherzuschieben: „Es ist cool, ehrlich und verwundbar zu sein.“ (Linus Busch)

 

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