Cover: KING

Bisher hat sich noch niemand bemüßigt gefühlt, eine offizielle Statistik zu erstellen. Doch in unserer Zukunfstmusik dürften die meisten Bands aus London kommen, der zweite Platz müsste mit hoher Wahrscheinlichkeit an Los Angeles gehen. Während in Großbritanniens Hauptstadt sämtliche europäische Einflüsse kanalisiert und abstrahiert werden, spielt Los Angeles für Nordamerika eine ähnliche Rolle. Hier finden oft die unterschiedlichsten Ansätze zusammen, der zeitliche Kontext verschwimmt fast vollständig, weil sich dieser Melting Pot bis heute ansatzlos weiterentwickelt hat.

KING, die vor etlichen Jahren aus Minneapolis nach LA übergesiedelt sind, passen mehr als gut in dieses Bild hinein. Wenn man sich das Cover anschaut, könnte man meinen, das Trio sei bloß irgendeine weitere R&B-Truppe. Doch schnell zeigt beim ersten Durchgang des Debüt-Albums „We Are KING“, das es mit extrem lange Vorlaufzeit nun endlich auch nach Deutschland geschafft hat, die Verspieltheit und Vielschichtigkeit der Band. Synthie-, Jangle- und vor allem bestechende Dream-Pop-Passagen reichen sich die Klinke in die Hand. Auf Hits scheinen es die drei eher nicht abgesehen zu haben, alleine schon die für das Genre überdurchschnittlich langen Songs sprechen da eine klare Sprache. 

Und obwohl das schwelgerische, ja fast psychedelische „Carry On“ jedenfalls in diesem Punkt eine kleine Ausnahme macht, gibt es doch einen sehr guten Eindruck, wie geschickt KING die Grenzen des R&B mit scheinbar geringem Aufwand verschieben und erweitern. (fl)

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ARCHIV

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KW 39/2008 Abe Vigoda Cranes siehe Text
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