James Blake - CMYK
James Blake (also, der Musiker, nicht der Tennisspieler) ist unter Kennern längst schon kein Unbekannter mehr. Spätestens seit letztem Jahr taucht sein Name immer wieder in den Dubstep-Foren auf und auch die großen Radiopionier-Sendungen weltweit spielen seine elektronischen Muckertitel, die sich nicht auf einen Stil festnageln lassen. Mit „The Bells Sketch“ und dem wirklich fantastischen Remix von Mount Kimbies „Maybes“ ist er auch in diesem Jahr mehrfach auf eldoradio* zu hören gewesen. Und es ist nicht dem Musikteam anzulasten, dass er es erst jetzt den Titel „Zukunftsmusik“ erhält. Schließlich, und das sei an dieser Stelle einfach mal bewusst ganz offengelegt, ist diese Rubrik auch immer nah mit unseren hohen Rotationen verknüpft, für die seine vorhergehenden Titel einfach ein bisschen zu nerdig, zu abgefahren und zu kompliziert waren, dass wir bei einem täglich fünffachen Einsatz uns eher für konventionellere, „radiotauglichere“ Songs entschieden haben. Ebenso erging es übrigens den oben bereits angesprochenen Mount Kimbie, in die das Musikteam viele Hoffnungen auf ein überragendes Album setzt. Mit ihren sphärischen, geduckten und entgrenzten Dubstep-Entwürfen dürften sie spätestens im Juli in aller Ohren sein – und sicherlich jetzt auch schon in James Blakes Gehörgängen, denn er unterstützt das „Mount Kimbie“-Duo bei Liveshows mit seinem Laptop. „CMYK“ (die Abkürzung für die vier Farben, die den modernen Vierfarbdruck ermöglichen) ist dabei als Soloprodukt entstanden und eine kleine elektronische Großtat. Sie will nicht mehr Dubstep sein und ist noch nicht House oder IDM. Unsere Zukunftsmusik ist eine Hängepartie, der alle Optionen offen stehen: Zerklüftete Elektronik, urbaner Style und verfremdete Stimmsamples, deren Ursprung und Position im Raum trotz Prägnanz immer ein bisschen unklar bleiben. Gerade dieses Ungewisse, Uneindeutige ist das Wesen von James Blakes-Songs, die oft nur Skizzen bleiben und dennoch mit einem enormen Wissen ausgestattet sind. Von den elektronischen Offensichtlichkeiten der 90er, bis zum knisternden, statisch aufgeladenen Experimenten seiner englischen Kollegen und modernen Entwicklungen in Dubstep und Elektronik. Dabei ist dieser Londoner Produzent erst 22 Jahre alt und beweist sich dennoch bereits ein ums andere Mal als erwachsener Musiker. Künstler: James Blake | Label: R&S

RÜCKSCHAU

KW 15/2024
Morgan Harper-Jones Lose A Tooth
KW 11/2024
Thérèse No Right Time
KW 10/2024
Die neue Zärtlichkeit STRG+ALT+ENTF
KW 07/2024
MAIKA Little Lizard
KW 04/2024
Edgar Homeros Please Be Careful

ARCHIV

WOCHE Künstler/Band NAME DES ALBUMS/SONGS MUSIKLABEL
KW 03/2005 And You Will Know Us By The Trail Of Dead And The Rest Will Follow siehe Text
KW 46/2012 Dan Croll From Nowhere siehe Text
KW 10/2009 Deastro Parallelogram siehe Text
KW 36/2006 Fat Jon & Styrofoam Acid Rain Robot Repair siehe Text
KW 41/2010 Bostro Pesopeo 0000 siehe Text
KW 33/2004 Trashmonkeys Innocent siehe Text
KW 26/2013 Sophie Bipp siehe Text
KW 38/2008 Buraka Som Sistema Kalemba siehe Text
KW 12/2006 Metric Monster Hospital siehe Text
KW 29/2003 The Whyte Seeds Slow Motions siehe Text