Jagga - Out Of Control
Erst letzte Woche hat Kollege W. moniert, dass diese Rubrik nicht an der Londoner Musikszene vorbeikommt. Leider ist das auch mit dem aktuellen Künstler "Jagga" nicht gelungen, denn irgendwie haben es uns die sphärischen Klänge von "Out Of Control" angetan. Bis Jagga so richtig in die Gänge kommt, braucht er fast die Hälfte des Tracks (der bis dahin etwas nach Kollege Woodkid klingt). Wer nach den ersten zwei sehr gefassten Minuten erwartet, dass "Out of Control" doch noch dem eigenen Titel gerecht werde und ausbricht, könnte enttäuscht werden: Jagga belässt es nämlich nur bei einer kaum merklichen Steigerung. Aber gerade, weil der erwartete Ausbruch nicht kommt, schafft der Londoner die Spannung über die gesamte Laufzeit aufrecht zu halten. Konsequent ist deswegen auch das Ende, das keines ist. Das langsame Ausfaden hinterlässt dann nicht nur das Gefühl, dass noch etwas kommen müsste. Deswegen verlangt Jagga "mit seinen Sounds auch die permanente Aufmerksamkeit des Hörers" (the buzz). So kompromisslos seine Sounds sind, so zeigt sich auch der Künstler in seinem Selbstverständnis: Mit einen Major-Label-Deal in der Tasche fühlte er sich schnell eingeengt: "Ich erreichte einen Punkt beim Schreiben, an dem mir die sorgfältig erarbeiteten Gesangsmelodien und musikalischen Strukturen, die von mir erwartet wurden, sich irgendwie leer und bedeutungslos anfühlten", erklärte er kürzlich. Gut, dass Jagga anscheinend "seine" Art zu schreiben wiedergefunden hat. Gerne mehr davon! (pc)

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KW 34/2010 Gobble Gobble Eat Sun, Son siehe Text
KW 11/2006 Slow Suicide Stimulus Say Cheese siehe Text