Jagga - Out Of Control
Erst letzte Woche hat Kollege W. moniert, dass diese Rubrik nicht an der Londoner Musikszene vorbeikommt. Leider ist das auch mit dem aktuellen Künstler "Jagga" nicht gelungen, denn irgendwie haben es uns die sphärischen Klänge von "Out Of Control" angetan. Bis Jagga so richtig in die Gänge kommt, braucht er fast die Hälfte des Tracks (der bis dahin etwas nach Kollege Woodkid klingt). Wer nach den ersten zwei sehr gefassten Minuten erwartet, dass "Out of Control" doch noch dem eigenen Titel gerecht werde und ausbricht, könnte enttäuscht werden: Jagga belässt es nämlich nur bei einer kaum merklichen Steigerung. Aber gerade, weil der erwartete Ausbruch nicht kommt, schafft der Londoner die Spannung über die gesamte Laufzeit aufrecht zu halten. Konsequent ist deswegen auch das Ende, das keines ist. Das langsame Ausfaden hinterlässt dann nicht nur das Gefühl, dass noch etwas kommen müsste. Deswegen verlangt Jagga "mit seinen Sounds auch die permanente Aufmerksamkeit des Hörers" (the buzz). So kompromisslos seine Sounds sind, so zeigt sich auch der Künstler in seinem Selbstverständnis: Mit einen Major-Label-Deal in der Tasche fühlte er sich schnell eingeengt: "Ich erreichte einen Punkt beim Schreiben, an dem mir die sorgfältig erarbeiteten Gesangsmelodien und musikalischen Strukturen, die von mir erwartet wurden, sich irgendwie leer und bedeutungslos anfühlten", erklärte er kürzlich. Gut, dass Jagga anscheinend "seine" Art zu schreiben wiedergefunden hat. Gerne mehr davon! (pc)

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KW 07/2011 Joywave Golden State siehe Text
KW 26/2003 Thee Ultra Bimboos Black Mustang siehe Text
KW 02/2005 Coralie Clément L'Enfer siehe Text
KW 35/2012 Astronauts, etc. You Can Yell siehe Text
KW 01/2008 Sascha Funke Feather siehe Text
KW 35/2010 We Love Hide Me siehe Text
KW 15/2013 Sau Poler Isolated siehe Text
KW 32/2004 Mouse On Mars Wipe That Sound siehe Text