Jagga - Out Of Control
Erst letzte Woche hat Kollege W. moniert, dass diese Rubrik nicht an der Londoner Musikszene vorbeikommt. Leider ist das auch mit dem aktuellen Künstler "Jagga" nicht gelungen, denn irgendwie haben es uns die sphärischen Klänge von "Out Of Control" angetan. Bis Jagga so richtig in die Gänge kommt, braucht er fast die Hälfte des Tracks (der bis dahin etwas nach Kollege Woodkid klingt). Wer nach den ersten zwei sehr gefassten Minuten erwartet, dass "Out of Control" doch noch dem eigenen Titel gerecht werde und ausbricht, könnte enttäuscht werden: Jagga belässt es nämlich nur bei einer kaum merklichen Steigerung. Aber gerade, weil der erwartete Ausbruch nicht kommt, schafft der Londoner die Spannung über die gesamte Laufzeit aufrecht zu halten. Konsequent ist deswegen auch das Ende, das keines ist. Das langsame Ausfaden hinterlässt dann nicht nur das Gefühl, dass noch etwas kommen müsste. Deswegen verlangt Jagga "mit seinen Sounds auch die permanente Aufmerksamkeit des Hörers" (the buzz). So kompromisslos seine Sounds sind, so zeigt sich auch der Künstler in seinem Selbstverständnis: Mit einen Major-Label-Deal in der Tasche fühlte er sich schnell eingeengt: "Ich erreichte einen Punkt beim Schreiben, an dem mir die sorgfältig erarbeiteten Gesangsmelodien und musikalischen Strukturen, die von mir erwartet wurden, sich irgendwie leer und bedeutungslos anfühlten", erklärte er kürzlich. Gut, dass Jagga anscheinend "seine" Art zu schreiben wiedergefunden hat. Gerne mehr davon! (pc)

RÜCKSCHAU

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ARCHIV

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KW 30/2003 The Mooney Suzuki Natural Fact siehe Text
KW 50/2007 Why? The Hollows siehe Text
KW 44/2006 Joanna Newsom Cosmia siehe Text
KW 01/2005 LCD Soundsystem Daft Punk Is Playing At My House siehe Text
KW 39/2005 Jamie Lidell Multiply siehe Text
KW 21/2009 Rye Rye Bang siehe Text
KW 06/2003 The Delgados Mad Drums siehe Text
KW 04/2012 Johan Talabot So Will Be Now siehe Text
KW 07/2014 Proton x Wizard Justice siehe Text