Iceage - Broken Bone
Es ist was rau im Staate Dänemark.

Wie andere Gruppen und Soloprojekte aus ihrem Kopenhagener Umfeld, in dem Punk, Black Metal, Noise und Post-Punk ohne Berührungsängste nebeneinander- und zusammenlaufen, hantieren Iceage mit dunklen, aber kraftvollen Strömen. "Broken Bone" sind perfekte zwei Minuten zwischen Punk und Post-Punk, an denen niemand mit auch nur leichter Affinität für derart abseitige Klänge vorbeikommen wird. Gewiss, die Punkwelt ist groß – ein Blick in den Katalog eines spezialisierten Versandhauses deutet ein geschlossen selbstreferentielles System an, dessen Durchblicken und Deuten einer Enzyklopädie bedarf. Voller Bands, die den North-Coast-Crust-Sound der späten 90er und mittigen 80er in sich vereinen, Referenzen zu diesem Ex-Sänger von jener Combo auf was auch immer für einem Label – wer außer Vollblut-Fans soll da schon erkennen und schätzen können, wenn sich ein Werk daraus abhebt?

Andererseits ist nunmal von jeher das Schöne am Punk seine unkomplizierte, direkte Energie, und so legen auch über Nicht-Eingeweihte seinen kraftvollen, kratzigen Bann, der selbst nach wochenlangem, dutzendfachem Hören nicht nachlässt. Doch bringen die Dänen bei allem schlampigem Ungestüm auch melodische und filigrane Querschläger in ihr Treiben, wenn zum Beispiel „Broken Bone“ schlank-harmonischen Refrain an dichtflächige Strophen reiht nur um in einem präzise-kantigen Breakdown zu münden, dabei Erinnerungen an den Post-Punk von Wire, Swell Maps oder „Warsaw“-früher Joy Division hervorruft. Es sind diese einfallsreichen Reibungsfelder inmitten schwarzmetallischer Atmosphäre, die diesen Song so enorm mitreißend gestalten. (Uli Eulenbruch)

Das Debüt "New Brigade" erscheint Anfang September endlich auch in Deutschland.

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