Dillon - Tip Tapping
Über das Wetter sprechen kann jeder. Vor allem beim ach so melancholischen Herbst. Die Brücke zu passender Musik ist da auch nicht schwer zu schlagen und naheliegend. Musikjournalisten überschlagen sich mit Lobeshymnen über situationsbedingte, musikalische Gefühlsduseleien. Dillon ist so eine Herbstentdeckung. Einfacher Frauengesang mit einem merkwürdigen Akzent und unüblichen Instrumenten und dabei doch so eingängig. Wo kommt dieser Akzent her? Haben wir das nicht schon irgendwo mal gehört? Und wer ist diese Frau, die da singt?

Hinter Dillon versteckt sich, man mag es kaum glauben, eine Halbbrasilianerin aus Berlin. Dominique Dillon de Byington – kurz Dillon – mit vier Jahren von Brasilien nach Köln gezogen, ist den in den letzten Jahren üblichen Weg einer jungen Künstlerin gegangen. In die Hauptstadt gezogen, Youtube Video gemacht, auf die dafür vorgesehen MySpaceseite gepackt und vom Berliner Indie-Lable Kitty Yo einen Plattenvertrag angeboten bekommen. So schnell kann es gehen. Da will man eigentlich studieren und hat jetzt eine vielversprechende Musikkarriere vor sich.

Vielversprechend, obwohl viele Journalisten zurecht den Vergleich zu Lykke Li, Soko oder CocoRosie ziehen. Denn obwohl „Tip Tapping“ natürlich von jedem der gerade genannten Künstlern gamacht sein könnte, ist das Dillons Liedgut. Selbst geschrieben und so wunderbar mehr als ein One-Hit Wonder. Denn neben unserer Zukunftsmusik „Tip Tapping“ ist das komplett Album „This Silence Kills“ eine Empfehlung für den Herbst und darüber hinaus. Melancholische Songs über verbotene Liebe, Sehnsucht und die Freiheit des Lebens. Das Ganze mit einem leicht gekünstelten nordenglischen Akzent und Klagelauten. So richtig neu ist diese Symbiose nicht, aber richtig gut. Und genau das Richtige, nicht nur für den Herbst.(TS)

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