Corbin - Ice Boy

Erst 19 Jahre alt und dann diese Stimme. Der Ami Corbin dropped sein Debütalbum Mourn. Darauf trauert er tatsächlich ziemlich viel. Besonders der Song Ice Boy ist schwere Kost - und wir sind begeistert.

Corbin ist Mitglied im amerikanischen Hip-Hop-Kollektiv The Stand4rd. Deren selbstbetiteltes Debüt (2014) ist eine ruhige Mischung aus R'n'B, Soul und Indieelectronic. Corbins Solo-Projekt klingt nach der verkaterten Version am Morgen nach der dicken Party: Feine Beats und die krächzende Stimme von Corbin, dem man entweder zwei Liter Wasser reichen möchte oder das nächste Bier zum Kontern. Dieser Eindruck entsteht besonders deshalb, weil er auf Ice Boy seine Atmer ganz deutlich herausstellt. Jeder Vers seines Sprechgesangs wird mit einem zischenden Luftholen untermalt.

Für ein Debüt ist Ice Boy schon ein ziemliches Brett. Der Artist singt von Gefühlen und dem Alleinsein. Die Schwermut, die mitschwingt, erinnert stark an King Krule, erst recht, wenn Corbin änfängt zu schreien. Im Vergleich zum Briten bleibt der US-Sänger aber "klarer", will heißen, dass seine Musik nicht nur in verranzte Kellerbars der Dortmunder Nordstadt passt, sondern auch ins lässige Indie-Café in Essen-Rüttenscheid 

Von den kalifornischen DJs Shlohmo, der für Ryan Hemsworth und Jeremih produziert, und D33J, der wiederum bei Tory Lanez mitmischt, kommt der minimalistische Beat. Der drängt Corbins Stimme so sehr in den Vordergrund, dass man sofort das ganze Album dieses traurigen jungen Mannes hören will. Noisey fordert deshalb auch von Corbin: "Wer auch immer dich so verletzt hat, bitte, um den Willen der Musik, lass Dich noch einmal verletzten."

(Nele Posthausen & Julian Beyer, eldoradio*)

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