Cover: Ash Koosha - Harbour

„This is sooo weird/awesome!“ dieser entzückte Kommentar von Ash Kooshas Soundcloud-Seite trifft den Nagel auf den Kopf. Das ist ungewöhnlich, schräg, anstrengend und gleichzeitig zugänglich und berührend, was der Iraner Ash Koosha da produziert hat. Sein erstes Album heißt „Guud“ und ist auf Soundcloud im kompletten Stream hörbar. Nachdem er es zunächst selbstveröffentlicht hatte, ist das Label „Olde English Spelling Bee“ auf ihn aufmerksam geworden und hat das Stück diesen Sommer noch einmal neu aufgelegt. Eine knappe dreiviertel Stunde zwischen beruhigendem Tröpfeln zerstückelter Klänge und stressigem Aufbauschen mitreißender Soundcollagen.

Als Ashkan Kooshanejad ist der Elektro-Künstler vor 35 Jahren in Teheran geboren, entwickelte im Gewirr von 8 Millionen Einwohnern dieser ungeordneten Stadt seine Liebe zur Musik und bildete sie schließlich am Tehran Conservatory Of Music aus. Koosha setzte sich mit der iranischen Untergrundszene auseinander und entwickelte schließlich den Film „No One Knows About Persian Cats“. Sein Meisterstück, das ihm nicht nur zum internationalen Durchbruch sondern auch zum genehmigten Asylantrag in Großbritannien verhalf. Heute lebt und arbeitet Koosha in London, arbeitet weiter kreativ und offen an Musik und Film.

Der Song „Harbour“ bildet den Abschluss zu seinem ersten Langspiel-Werk „Guud“. Es ist ein aufstrebender Song voller Details. Die tragenden, hellen Drum-Sounds klingen organisch und führen mit ihrem offenen Sound auf eine völlig falsche Fährte. Aus ihnen entwickelt sich in nur zwei Minuten ein undurchdringbares Soundgeflecht, hektisch und gar nicht mehr organisch, mit fetten Synthies und hart abgeschnittenen Loops. „Harbour“ klingt mehr nach einem Ausblick in die Ferne, als nach dem sicheren Hafen in dem die Platte hier endet. Es klingt nach: da kommt noch einiges auf uns zu. (Nele Posthausen)

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