Angel Haze - New York
New York, New York. Die schnellste aller Städte und die vitalste Musikmetropole der Welt. Jedoch war in den letzten Jahren dort im HipHop-Bereich etwas ruhiger geworden, einzig der Beatbastler Clams Casino und A$AP Rocky sorgten 2011 für leichtes Beben, das wahrnehmbar über die zersplitterten Szenen hinausreichte.

2012 scheint es aber gut um einen neuerlichen Aufbruch bestellt sein. Zuletzt hatte Azealia Banks mit ihrer unbändigen Energie die Schlagzahl etwas erhöht, nun zieht Angel Haze nach. Ihre Videos erreichten bislang über 3.000.000 Klicks – und das, obwohl im Juli erst ihre Debüt-EP erscheint.

Bislang existieren bloß Mixtapes, auf denen sie klangmäßig noch nach ihrer Identität sucht. Mit „New York“ hat sich das aber nun geändert. Stolz sind die Beats, wuchtig der Klang und wohlfeil ausgesucht die Samples. Die Stimme des im letzten Jahr verstorbenen Gil Scott-Herons schwebt noch einmal als Geist durch den Track, der ein einziger Weckruf ist. Angel Haze liefert bedrohliche Proklamationen ihrer eigenen Größe, rappt hart und schnell. Ihre Worte sind Waffen. Aus jedem ihrer Sätze quillt ihr Machtanspruch, ein Gefühl der Überlegenheit, dass einem Angst und Bange werden kann.

Nicht zuletzt, wenn man der Biografie Glauben schenkt, die gespickt ist mit einschneidenden Erlebnissen zwischen militärischem Grundton innerhalb der Familie, Kirchenkult und schmerzhaften Lösungsversuchen. Nun steht die gerade einmal Zwanzigjährige auf der Straße, fühlt sich verletzt und unsterblich zugleich und teilt mit uns ihre Songs.

“It’s just me, myself and I Talk tough shit and I’ma beat you till you die”

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