
Schaut man sich Sasha Siems Leben so far an, kann einem glatt leicht schwindelig werden. Studium in Cambridge und (!) Harvard, Arbeiten fürs London Symphony Orchestra, London Philharmonic Orchestra und etliche andere Einrichtungen, deren Vielfalt und Komplexität für einen gewöhnlichen Rock- oder Indie-Aficionado wahrscheinlich gar nicht zu fassen sind. Seit über zehn Jahren schreibt die Londonerin mit norwegischen Wurzeln inzwischen schon klassische Musik, vor zwei Jahren schließlich veröffentlichte sie in EP-Form ihre ersten Versuche auf poppigerem Terrain.
Auf ihrem Debüt-Album „Most Of The Boys“ setzt sie nun diesen Weg in kleinen Schritten beharrlich fort. Ihren Anspruch verdeutlicht sie allein schon mit der Wahl des Produzenten Valgeir Sigurðsson, der einerseits durch sein fantastisches Solo-Album „Ekvílibríum“ von 2007 Kultstatus genießt und andererseits als Produzent an Alben von Björk, Bonnie 'Prince' Billy, Ben Frost, CocoRosie, Sigur Rós und Tim Hecker beteiligt war.
Das ist eine Ansage und genau in diese Richtung geht auch „Most Of The Boys“: Ihren klassischen Hintergrund immer im Rücken, schafft Sasha Siem ein atmosphärisch extrem dichtes Album. Der Titeltrack, unsere Zukunftsmusik, fügt sich perfekt in diesen Kontext ein und umschifft sämtliche Probleme (zu langatmig, zu kitschig), die des Öfteren bei Indie-/ Neoclassical-Crossovers zu beobachten sind. (fl)
RÜCKSCHAU
ARCHIV
| WOCHE | Künstler/Band | NAME DES ALBUMS/SONGS | MUSIKLABEL |
|---|---|---|---|
| KW 05/2011 | Nicolas Jaar | Space Is Only Noise | siehe Text |
| KW 48/2016 | Konni Kass | Sounds | TUTL |
| KW 15/2005 | Maria Taylor | Song Beneath The Song | siehe Text |
| KW 02/2009 | Hockey | Song Away | siehe Text |
| KW 24/2009 | I Got You On Tape | Somersault | siehe Text |
| KW 11/2004 | Swosh! | Someone | siehe Text |
| KW 06/2007 | Polarkreis 18 | Somedays Sundays | siehe Text |
| KW 44/2003 | Primal Scream | Some Velvet Morning (feat. Kate Moss) | siehe Text |
| KW 22/2004 | Maritime | Some One Has To Die | siehe Text |
| KW 22/2010 | Tame Impala | Solitude Is Bliss | siehe Text |




