Cover: Breakfast In Fur

Bittersüß! Regenbogen trifft auf den Geschmack eines verlorenen Sommers. Es darf der Kopf in die weichen Wolken gesteckt und ein Rundflug durch den warmen Regen gemacht werden. Im kleinen Städtchen New Paltz im Staate New York halten Breakfast In Fur die Dream-Pop-Fahne hoch und verlieren sich dabei in sanften Kreationen aus verklärten Gitarrenläufen und hallenden Vocals.

Das Fünferteam liefert dabei Sounds in bester Shoegazer-Tradition ab und hüllt den geneigten Hörer in einen Mantel aus Folk-Rhythmen und um sich selbst drehenden Synthesizer-Läufen. Hypnotisiert legt man sich anschließend gern ins frisch gemachte Bett und lässt sich von Mastermind Dan Wolfe und seiner Truppe mit wohligen Klängen zudecken.

„Portrait“ heißt die kleine Fingerübung in Sachen meditativer Tiefentspannung, die zu gleichen Teilen nach verträumtem Kleinstadtidyll wie langer Reise klingt. Von Anfang an nimmt die samtige Stimme von Keyboarderin Kaitlin Van Pelt an die Hand und umgarnt mit einer Leichtigkeit, die ein Gefühl aus Fallenlassen und melancholischer Sehnsucht auf der Zungenspitze zurücklässt.

Gitarrenspiel und Drum-Teppich schweben dazu frei um die losgelösten Vocals und schließen das Perpetuum mobile der Wörter in einen Kokon aus wabernder Zeitlosigkeit ein. Nie wirkt es überhastet oder anstrengend, dem Lauf der Dinge zu folgen und behutsam spielen „Breakfast In Fur“ ab der Mitte des Songs mit neuen Facetten wie Glockenspiel, sich überlagernden Synthie-Wellen und entfernten Blechbläsern.

Am Ende türmt sich dann für einen kurzen Moment alles zu einem Crescendo der Ebenen auf und die Bodenhaftung scheint sich vollends zu verlieren, bevor das Stimmenecho dann sanft in den Sonnenuntergang entlässt. In sich ruhend aber von ungeheurer Sogwirkung, ein Ticket für diesen „Mindtrip“ ziehe ich gerne wieder. (cs)

 

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