Rob Lynch - All These Nights In Bars Will Somehow Save My Soul

"Tonight we forget our problems, but in the morning we can work them out", skandiert Rob Lynch im Intro seines Debüts "All These Nights In Bars Will Somehow Save My Soul". Doch keine Sorge, hier muss man keinem abgehalfterten Langzeittrinker zuhören, seine Probleme zu verdünnen - denn Rob Lynch verpackt seine Anliegen in ehrliche, augenzwinkernde und gleichzeitig auch nachdenkliche Songs und macht deshalb einfach Spaß. Und wessen Stimme sich noch so unverbraucht anhört, darf sich sicherlich noch die eine oder andere Runde an der Theke genehmigen. Denn das, so wusste schon Frank Turner, ist manchmal das einzige, was zu tun übrig bleibt.

Nicht nur was seine Einstellung zur Abendgestaltung in Kneipen angeht, hört es sich an, als wäre Rob Lynch bei "Wessex Boy" Frank Turner in die Lehre gegangen: Lynchs "My Friends And I" hätte sicher auch auf einer der früheren Turner-Platten Platz gehabt. Man könnte noch weitere Parallelen herstellen, aber das würde dem Newcomer aus Stamford, Lincolnshire (der Heimat ist natürlich auch ein Song gewidmet) nicht gerecht.

Denn Lynch ruht sich nicht auf der Gute-Laune-Schiene aus, die man mit den leicht punkigen Mitgröl-Hymnen nur zu gut bedienen kann (siehe auch die Debütsingle "Broken Bones", sicherlich das Highlight der Platte), sondern zeigt sich auch von einer privaten, verletzlichen Seite. Gerade der Tod seines Vaters ist ein zentrales Thema der Platte ("Blame", "Some Nights").

Ansonsten liefert Lynch ein grundsolides Erstlingswerk ab, dass musikalisch zwar teilweise ein wenig holprig klingt und nicht durch besonders ausgefallene Instrumentierung besticht, aber es auch nicht muss. Denn die Gitarre, die höchstens durch Glockenspiele, Klavier, Bläser ("Hand Grenade") und ein bisschen Rhythmus sekundiert wird, reicht vollkommen aus.

Rob Lynch klingt dabei so sympathisch, dass man gerne dabei wäre, wenn er seinen Seelenfrieden in irgendeinem Londoner Pub inmitten seiner Freunde sucht und wahrscheinlich auch findet. Rumgrölen und trinken mit der passenden Untermalung sollte an einem solchen Abend bei der kompakten Laufzeit der Platte von etwa 40 Minuten sogar mehrfach drin sein - bis zur Sperrstunde versteht sich.

RÜCKSCHAU

KW 07/2020
Blond Martini Sprite
KW 05/2020
Moon Hooch Life on other Planets
KW 03/2020
The Big Moon Walking Like We Do
KW 51/2019
Cover Digitalism - JPEG
Digitalism JPEG
KW 41/2019
Angel Olsen All Mirrors

ARCHIV

WOCHE Künstler/Band NAME DES ALBUMS/SONGS MUSIKLABEL
KW 49/2018 Various Artists TUMA 2.0 TUMA
KW 48/2018 Dan Mangan More Or Less City Slang
KW 47/2018 Money And The Man Money And The Man TCYBML
KW 46/2018 Razorlight Olympus Sleeping Atlantic Culture Records
KW 43/2018 Lambert & Dekker We Share Phenomena Warner
KW 41/2018 Agar Agar The Dog & the Future Grönland Records
KW 40/2018 Botticelli Baby Junk Unique Records
KW 38/2018 Pari San R.I.P. Identification FlyingCarpetRecords
KW 37/2018 Schlakks Indirekte Beleuchtung Mole Rat Music
KW 36/2018 Anna Calvi Hunter Domino