Interview mit Sönke Wortmann zum Film "Sommerfest"

Sommerfest – so heißt der neue Film von Sönke Wortmann. Der Regisseur ist durch Filme wie „Der Bewegte Mann“, „Das Sommermärchen“ oder „Das Wunder von Bern“ berühmt geworden. Der neue Film ist eine Liebeserklärung an Sönkes Heimat – nämlich dem Ruhrgebiet. Unser eldoradio*-Reporter Wilhelm Pischke hat sich den Film angesehen und mit Sönke Wortmann über die Inhalte und Hintergründe gesprochen.

 

Herr Wortmann, erzählen Sie uns worum es in Ihrem Film geht. Machen Sie uns Lust drauf.

Lust machen? Oh, das fällt mir immer schwer, das ist ja genauso wie Witze erzählen. Aber für mich wäre es schön wenn sich rumsprechen würde, dass es eine Komödie ist, eine melancholische Komödie. Es geht um Heimat, Älter-Werden und Jugendliebe. Das Ganze ist nach dem “Sommerfest“ von Frank Goosen entstanden. Die Geschichte hat mir so gut gefallen, dass ich sie verfilmen wollte. Es geht um den Hauptdarsteller Lukas Gregorowicz, ein Schauspieler des Münchener Theaters. Aufgrund eines Todesfalls kommt er zurück in seine Heimat nach Bochum. Er versucht die Beerdigung und die damit verbundenen Verpflichtungen schnell zu regeln um wieder nach München kehren zu können. Am Ende des Wochenendes stellt er sich aber die Frage ob er überhaupt wieder zurück nach München möchte oder ob er nicht in Bochum bleibt, wo er eigentlich hingehört.

 

Was genau haben Sie als Drehbuchautor an der Geschichte verändert?

Ich habe sehr viel gelassen, was in dem Roman stand. Ich habe natürlich nicht alles übernommen, weil der Film sonst drei Stunden dauern würde. Aber ich habe auch ein paar Dinge geändert, zum Beispiel ist in dem Roman der Onkel von Lukas gestorben und in dem Film stirbt sein Vater. Ich habe das geändert, weil es viel direkter ist, viel emotionaler. Frank Goosen, sagte auch „Ja, haste eigentlich recht, hätte ich auch so machen können.“ Das ist immer schön, wenn ein Autor sagt „Oh, die Idee hätte ich auch gerne gehabt.“ Dann weiß man, man liegt irgendwie richtig.

 

Wo ist für Sie Zuhause und was ist für Sie Heimat?

Ich wohne in Düsseldorf, aber das innere Zuhause ist das gesamte Ruhrgebiet. Keine bestimmte Stadt, weil wenn man da groß wird, hat man alle Städte zur Verfügung. Ich war in Bochum im Theater, in Essen im Kino und in Dortmund und in Gelsenkirchen beim Fußball. Also es ist der Großraum der einen prägt und der mich geprägt hat und eben mein innerliches Zuhause ist. Heimat ist für mich ein Gefühl. Da wo ich mich aufgehoben fühle, wo man geprägt ist durch Erinnerungen. Dort zu sein, wo man mit sich im Reinen ist und das ist eben oft da wo man herkommt.

 

War es Ihnen wichtig Schauspieler aus dem Ruhrgebiet zu engagieren?

Ja, schon sehr. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Menschen versuchen einen Dialekt zu sprechen den sie nicht können. Die Schauspieler die ich ausgewählt habe sind sehr gut, die meisten spielen beim Theater. Und viele Rollen verlangen eben auch den Heimatdialekt wie zum Beispiel Toto. Er musste ein perfektes Ruhrdeutsch sprechen, sonst haut das nicht hin.

Zum Audio: Kinokritik: Sommerfest

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